Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Nach Absage der Martinszüge gibt es vereinzelte Ersatzaktivitäten

Ganz dunkel bleibt es nicht

Archivartikel

Die Martinszüge in der Region sind abgesagt. „Laterne, Laterne“ – dieser Gesang und der darin thematisierte Lichterschein auf den Straßen fällt wegen Corona aus. Komplett düster soll es gleichwohl nicht bleiben. Mit verschiedenen Ideen wollen einige Kirchengemeinden etwas Licht ins Corona-bedingte Dunkel bringen.

So etwa die Seelsorge-Einheit St. Martin, die Katholiken in Seckenheim, Friedrichsfeld und Edingen-Neckarhausen umfasst. Ihr Name verpflichtet natürlich zu einer Aktivität. So haben ihre fünf Kitas das Projekt „Lichtertüten“ aufgelegt.

Eine Woche lang, bis zum 15. November, können Kinder und ihre Familien jeweils um 18 Uhr ihre Fenster erleuchten – mit einer Kerze, sonst einem Licht oder den Lichtertüten, die das Bistum angeboten hat. Die Aktion traf die Stimmung derart, dass die Tüten im Nu weg waren.

Zwar keinen Martinszug wie gewohnt, dafür aber einen Kindergottesdienst mit Laterne, organisiert die Seelsorge-Einheit an der Bergstraße, zu der die Katholiken in Schriesheim und Dossenheim gehören. Er beginnt am Samstag, 14. November, 17 Uhr, in St. Pankratius – gerne mit Laternen, auf jeden Fall jedoch mit Mundschutz und vorheriger Anmeldung unter dossenheim@sesad.de.

Kindergärten als Initiatoren

„Die Initiative kam von den Dossenheimer Gläubigen“, berichtet Sybille Harbarth vom katholischen Pfarramt in Schriesheim. Denn in Dossenheim gibt es im Unterschied zu Schriesheim, wo sie sämtlich kommunal sind, auch kirchliche Kindergärten. Und die wollten ihren Kleinen eben eine Alternative bieten.

Anders sieht es bei den Katholiken in Ladenburg und Heddesheim aus, die ebenfalls in einer Seelsorge-Einheit zusammengefasst sind. „Bei uns ist nichts Derartiges geplant“, sagt Beate Ott vom katholischen Pfarramt in Ladenburg. „Es könnte aber sein, dass die Kindertagesstätten jede für sich Projekte planen.“

Doch Martinszüge sind nicht nur was für Katholiken. „Ich nehme gerne mit meinen Kindern an Martinszug teil“, bekennt Ladenburgs evangelischer Pfarrer David Reichert.

Am Sonntag, 17.30 Uhr, lädt die Evangelische Gemeinde Edingen zu einem Familiengottesdienst im Kirchgarten – „mit Schein aus Feuerschalen, mit Laternen, und auch St. Martin auf einem echten Pferd“, wie das Pfarramt erfreut ankündigt.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Ladenburg dagegen ist nichts geplant. „Ohnehin sind wir mit anderen Themen ausgelastet, voran den Weihnachtsgottesdiensten“, bekennt Pfarrer Reichert. Für die hat er aber eine unkonventionelle Lösung gefunden: „Dazu haben wir das Römerstadion gemietet.“

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