Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Gemeinderäte diskutieren Linienführung des geplanten Radschnellwegs

Gemeinden begrüßen neue Variante

Archivartikel

Die geplante Linienführung des Radschnellwegs zwischen Mannheim und Heidelberg über Ilvesheim, Ladenburg und Edingen-Neckarhausen stößt in den betroffenen Kommunen auf positive Resonanz. Wie das Regierungspräsidium (RP) informierte, haben die Planer zwei als gleichwertig beurteilte Varianten – eine nördlich des Neckars über Ladenburg, die andere südlich des Neckars über Edingen-Neckarhausen – zu einer Kombivariante vereint. Diese soll die Vorteile beider Linienführungen verbinden und von Ladenburg nach Neckarhausen beziehungsweise umgekehrt über den Fluss führen. Dies wird aber erst nach der Fertigstellung der L 597 ab 2025 möglich.

„Überraschenderweise führt der Radweg jetzt über die neue Neckarbrücke und Edingen“, stellte Bürgermeister Simon Michler im Gemeinderat von Edingen-Neckarhausen fest. Über Details informierte Bürgermeister-Stellvertreter Markus Schläfer, der die Gemeinde bei der Bekanntgabe der Trasse vertreten hatte. „Für uns ist das eine sehr gute Variante“, sagte Schläfer unter Hinweis auf die beiden untersuchten Trassen über Ladenburg und entlang der OEG-Linie.

Beteiligung im Internet

Die favorisierte Lösung ist eine Mischung aus beiden. Die vier Meter breite Trasse führt unter anderem über die künftige Brücke (L 597) und entlang des Zubringers sowie des Stangenwegs und der OEG-Linie: Bedenken wurden bei der Vorstellung wegen der vielen rechten Winkel geäußert, wie Markus Schläfer berichtete. Bevor alle Details feststünden, werde noch viel Wasser den Neckar hinunterfließen, machte er klar. In den nächsten Schritten des Verfahrens sei unter anderem eine Onlinebeteiligung geplant.

Dabei könnten per Stecknadelfunktion neuralgische Punkte markiert werden. Die Diskussion über Details werde interessant, sagte Bürgermeister Michler, betonte aber: „Wir freuen uns grundsätzlich darauf.“ Der Bau des rund 25 Kilometer langen Schnellwegs werde 400 000 bis 600 000 Euro je Kilometer kosten, antwortete Schläfer auf eine entsprechende Frage.

Wenn der Radweg so kommt, dann wären die Tage des unbefestigten und holperigen Radwegs entlang des Neckarkanals zwischen Ilvesheim und Ladenburg gezählt. Das freut auch Ladenburgs Bürgermeister Stefan Schmutz, wie er im Gemeinderat sagte: „Wir begrüßen diese neue Variante, die so noch nicht in der Diskussion war und die bisher angedachten Streckenverläufe nördlich und südlich des Neckars kombiniert.“ Einziger Wermutstropfen aus Ladenburger Sicht: Die Trasse verbessere zwar die Anbindung der Römerstadt an Mannheim, aber nicht nach Heidelberg, so Schmutz.

Den Ladenburger Landwirten dürfte jedoch ein Stein vom Herzen fallen. Wie der „MM“ berichtete, sagte deren Obmann Steffen Linnenbach große Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft und Radverkehr voraus, falls sich die Radwegvariante nördlich des Neckars durchsetzen würde, wie ursprünglich von den Planern einmal mitfavorisiert. „Das Problem ist nicht gänzlich behoben, aber wesentlich geringer“, sagte Linnenbach auf Nachfrage. Generell sei es unter dem Aspekt des Flächenverbrauchs wünschenswert, bestehende Wege weniger gigantisch auszubauen als es die Schnellwegplanung vorsehe.

Detaillierte Planung beginnt

Ilvesheimer Rathausbedienstete verfolgten am Dienstag die Bekanntgabe der Variante durch das Regierungspräsidium Karlsruhe. Am Donnerstagabend informierte Tanith Braun (Projektleitung) im Gemeinderat über das Projekt. Bürgermeister Andreas Metz zeigte sich „glücklich, dass die Verbindung über Ilvesheimer Gemarkung gehen wird“. Auch die Gemeinderäte zeigten sich erfreut. Ebenso wie in Ladenburg begrüßt man in Ilvesheim, dass der holprige Radweg entlang des Neckarkanals schon bald einer bequem befahrbaren Fahrbahn weiche.

Metz bekannte, dass man eigene Planungen zurückgestellt habe, in der Hoffnung, dass das Land für Radfahrer aktiv werde. Die Trasse führt von Feudenheim nach Ilvesheim. Gerade wegen der Goethestraße gebe es noch Gesprächsbedarf, argumentierte das Ortsoberhaupt. Tanith Braun versprach, jede Anregung aufzunehmen. „Wir steigen jetzt in die detaillierte Planung ein“, so die Projektleiterin. Für 2022 ist der Baubeginn terminiert.