Rhein-Neckar

Breitbandausbau Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar setzt klare Prioritäten

Gewerbegebiete und Schulen zuerst

Archivartikel

„Wir können nicht in fünf Jahren bauen, was die Telekom in 20 Jahren nicht gebaut hat“, sagt Thomas Heusel als operativer Leiter von fibernet.rn, dem Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar. Deshalb konzentriere sich sein Haus beim Breitbandausbau im Kreisgebiet auf die Gewerbegebiete und die Schulen. Der Bedarf werde jedes Jahr bei den Kommunen abgefragt.

„Wir können grundsätzlich nur dort tätig werden, wo die bisherige Versorgung nicht dem Mindeststandard von 30 Mbit/s an Datenübertragungsrate entspricht“, so Heusel. Momentan sei man in 14 Gewerbegebieten zugange. Danach folgten 25 Schulen und im Anschluss daran weitere 14 Gewerbegebiete. Der Rest sei „gut versorgt“. Anfragen aus dem Privatkundenbereich seien „absolute Ausnahmen“. So erschließe der Zweckverband Kommunen, die unter zehn Mbit/s liegen, wie zum Beispiel Schönbrunn, Heiligkreuzsteinach und Oberflockenbach. Gerade in der hiesigen Rheinschiene sei nämlich die Versorgung ansonsten nicht schlecht.

Heddesheim fertig

Das Gewerbegebiet in Heddesheim ist nach Angaben von Heusel fertig erschlossen. In Hirschberg erfolgte der Baustart vor wenigen Wochen. In Ilvesheim gibt es momentan kein Projekt des Zweckverbands, da das Gewerbegebiet gut versorgt sei. In Schriesheim fand am Montagnachmittag der Spatenstich zur Versorgung des Gewerbegebiets statt, allerdings wegen der Coronapandemie unter Ausschluss der Öffentlichkeit und somit auch der Presse.

Als „Sonderfall“ in Sachen Breitbandausbau gilt Edingen-Neckarhausen: Nach Angaben von Heusel steht die Doppelgemeinde zwar auf der Planliste für die zweite Tranche von 14 Gewerbegebieten, die im Kreis erschlossen werden sollen. Doch habe man sich vorerst zurückgezogen, da die Deutsche Glasfaser als privates Unternehmen die Gemeinde komplett auf eigene Kosten erschließen wolle. „Wir werden nur da tätig, wo die Privatindustrie nicht tätig wird“, erklärt Heusel. Mittlerweile sei Bewegung in den Markt gekommen. Damit habe man gerechnet, und das entlaste den Zweckverband auch. Dennoch sei es zweischneidig: „Man schneidet uns ein Stück aus dem Kuchen, wodurch wir Kunden verlieren, aber für die Kommune ist das Engagement der Deutschen Glasfaser kostenfrei, und wir haben in den nächsten Jahren viel zu tun“, sagt Heusel.

Mit Bürgermeister Simon Michler stehe sein Haus gleichwohl in engem Austausch. Dies bestätigt Michler auf Anfrage und sagt zu den Aussichten: „Wie es dann tatsächlich mit dem Ausbau über das private Unternehmen läuft, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Bisher ist die Zusammenarbeit sehr gut.“ Noch ist indes bei den Bestellungen bei der Deutschen Glasfaser erst ein Viertel des Ziels erreicht. pj

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