Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Personalmangel Hauptthema bei Mitgliederversammlung der Sozialstation Unterer Neckar

Größte Herausforderung bleibt die Gewinnung von Fachkräften

Von Peter Jaschke

Der bundesweit herrschende Mangel an Pflegekräften beschäftigt nach wie vor auch die Kirchliche Sozialstation Unterer Neckar: „Das Jahr 2019 war, wie schon die Jahre zuvor, vor allem geprägt von der Suche nach examinierten Fachkräften“, sagte der Vorsitzende Rolf Schneider (Heddesheim) in der jüngsten Mitgliederversammlung im evangelischen Gemeindehaus Ladenburg. Die in der Römerstadt ansässige Sozialstation ist darüber hinaus in Edingen-Neckarhausen, Heddesheim und Ilvesheim für jährlich mehr als tausend Menschen beratend, pflegend und hauswirtschaftlich betreuend tätig.

„Personalabgänge durch Alter, Umzug oder Arbeitgeberwechsel konnten nicht in vollem Umfang ausgeglichen werden“, hieß es vor Vertretern der Einrichtungsträger, also Kirchengemeinden und Pflegevereinen aus dem Einzugsgebiet, sowie leitenden Mitarbeiten. Hilfreich sei in dieser Situation, so Schneider, dass die Sozialstation immer wieder Mitarbeiterinnen aus ihrem hauswirtschaftlichen Bereich für die Ausbildung zur Pflegefachfrau gewinnen könne. Aktuell beschäftige die Sozialstation drei Auszubildende. Schneider erklärte, dass der Begriff Pflegenotstand irreführend sei. Vielmehr handle es sich um einen „Pflegepersonalnotstand“.

Schneiders Stellvertreterin Monika Wolf (Ladenburg) vertiefte das brisante Thema: „Bedenklich ist der hohe Anteil von Pflegekräften im Alter von über 50 Jahren.“ Es sei davon auszugehen, dass in den nächsten zehn Jahren mehr als zwölf Pflegekräfte in Rente gehen. Die Gewinnung neuer Pflegefachkräfte bleibe trotz überdurchschnittlicher Bezahlung die „größte Herausforderung für die nächsten Jahre“. 20 Prozent der insgesamt 87 Mitarbeiterinnen seien internationaler Herkunft.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie berichtete Pflegedienstleiterin Karin Weinheimer über Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus und stellte fest: „Zum Glück hatten wir bisher weder bei den von uns versorgten Menschen noch in der Belegschaft einen Infektionsfall.“

Geschäftsführer Jörg Mütsch erläuterte die Zahlen aus dem Jahresabschluss: Bei einem Überschuss von rund 70 000 Euro ohne die Beiträge der Kirchengemeinden erwirtschaftete die Sozialstation eine Umsatzrendite von rund zwei Prozent. Dies sei nicht nur durch sparsames Wirtschaften möglich gewesen, sondern auch auf geringe Einarbeitungszeiten mangels neuer Mitarbeitender und auf niedrigen Krankenstand zurückführen.

Der Fuhrpark umfasst nach Angaben von Diakon Tomas Knapp derzeit 39 Fahrzeuge, darunter drei Elektroautos. Er soll erneuert werden, um in wenigen Jahren das Durchschnittsalter der Flotte wesentlich zu senken, wie der Vizevorsitzende Knapp erklärte. Das „erfolgreiche Wirken des Vorstands“ würdigte in seiner Wortmeldung Petrus van Nunen von der katholischen Kirchengemeinde Ladenburg-Heddesheim.

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