Rhein-Neckar

Ilvesheim Tränenreicher Abschied von der Fasnachtskampagne beim KV Insulana / 116 Tage Einsatz für Lieblichkeiten und Garden

Gummibärchen und Kommando-Ton

Eine schwarze Trauergemeinde, ein trauernder Elferrat: Der offizielle Abschied von der diesjährigen Kampagne wurde beim Karnevalverein Insulana Ilvesheim (KVI) in gebührender Trauer begangen. 140 Gäste kamen in der schwarz-weiß geschmückten Mehrzweckhalle zusammen. „Es gibt nichts Schlimmeres, als dass die Fasnacht rum ist“, weinte Vorsitzende Sabine Grözinger-Dambach und fragte sich: „Was sollen wir machen das ganze Jahr?“ Lieber blickte sie auf die Kampagne zurück, auf 116 Tage vollen Einsatz von Elferrat, Garden und gekrönten Häuptern, erinnerte an den beeindruckenden Gala-Abend, die Prunksitzung, „Kräppelkaffee“ und begrüßte anschließend das Kinderprinzenpaar und Lieblichkeit Ann-Kathrin I. mit ihren Rittern.

Sitzungspräsidentin Bianca Erbs kündigte die Jugendgarde, später die Junioren-Garde an, die Ü15-Garde und die bereits preisgekrönten, von Ingrid Schweitzer trainierten Tanzmariechen (Emily Butz, Lynn Zimmermann und Selina Bauer) mit ihren brillanten tänzerischen Fähigkeiten. Alleinunterhalter Ralf Siegel trug mit seiner Musik zu einer guten Stimmung bei.

Von den Sünden reingewaschen

Doch auch bei Ann-Kathrin gab es Grund zur Traurigkeit, musste die Prinzessin doch jetzt die Rathausschlüssel zurück an Bürgermeister Andreas Metz geben: „Der Aschermittwoch nahm mir die Fröhlichkeit, Prinzessin darf ich nun nicht mehr sein, deshalb geh ich jetzt heim“. Allerdings setzte sie sich auch karitativ ein und sammelte über 1 300 Euro an Spenden für die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Heidelberg. Zum Schluss hatte sie noch einen Wunsch an den Bürgermeister: eine Shoppingmeile.

Metz versprach, daran zu arbeiten, bescheinigte ihr Pflichtbewusstsein, eine würdige Vertretung und hatte viel Lob auch für die Gastgeber: „Veranstaltungen wie diese sind wichtig für das Miteinander der Gemeinde und das „Wir-Gefühl“. Nach dem Medley der Tanzmariechen wurde das Herings-Buffet eröffnet. Weiter ging’s wieder emotional mit der Abkrönung von Kinderprinzessin Leni I. und Kinderprinz Max I., bei denen die Vorsitzende Diadem, Zepter und Kopfbedeckung wieder an sich nahm; auch der Fasnachts-Nachwuchs war fleißig, sammelte zugunsten des Elternhauses für krebskranke Kinder Mannheim insgesamt 999 €. Nun gab auch Ann-Kathrin ihre Machtinsignien zurück; sie und das Kinderprinzenpaar bedankten sich mit Präsenten bei ihren Unterstützern; für die Kinder gab es als Erinnerung ein Schmuckstück, die erwachsene Hoheit durfte Diadem und Zepter als Souvenir behalten.

Nach einer Tanzrunde und dem Auftritt der Meerjungfrauen als „Mystic Women“ wurden den Ex-Hoheiten einige Verfehlungen während der Fasnacht vorgehalten: „Fallenlassen des Zepters und Hasenohren-Machen beim Gruppenfoto“ waren die Sünden der Kleinen, während sich die Lieblichkeit Unpünktlichkeit zuschulden kommen ließ, außerdem Gummibärchen in die Gläser ihrer Ritter schmuggelte.

Ganz zu schweigen vom Kommandoton, den sie den Herren gegenüber anschlug: Als Sühne wurden die Delinquenten mit Wasser reingewaschen. Auch das Fehlverhalten der Ritter wurde gesühnt: Sie hatten die Dose mit dem Diadem vergessen und den Namen eines befreundeten Karnevalsvereins verwechselt. Ordentlich „nass“ wurden die Sünder für ihre Fehler, denn an der Kübelspritzpumpe standen abwechselnd Grözinger-Dambach und Erbs, während der Zweite Vorsitzende, David Heid, den Wasserschlauch auf die Ex-Hoheiten und die Ritter richtete.

Mit dem Auftritt der Ü15-Garde und den anschließenden Dankesrunden des KVI-Vorstands sowie an die zahlreichen Helfer endete der offizielle Teil der Kampagnenzeit mit einem leisen dreifachen Ahoi.

Info: Fotostrecke unter: morgenweb.de/ilvesheim