Rhein-Neckar

Ladenburg Begeisterndes Konzert von „The New Experience“ im proppenvollen Goldenen Hirsch

Huldigung an Jimi Hendrix

Vor fast 50 Jahren, nämlich im September 1970, ist Jimi Hendrix gestorben. Bereits mit 27. Wie sehr das einflussreiche Werk des Gitarren-Genies und Rockpioniers bis heute fasziniert, beweist ein proppenvolles Haus beim jüngsten Auftritt von „The New Experience“. Das Trio führt den nur leicht abgewandelten Namen der erfolgreichsten Hendrix-Formation sowie des umwerfenden Albumdebüts „Are You Experienced?“ von 1967. Und beim traditionellen Vor-Silvesterkonzert ist der Ladenburger Goldene Hirsch am Montag beinahe überfüllt.

Es war, auch wenn das manchen überraschen mag, bereits Montagmorgen gewesen, als Hendrix im August 1969 die letzten rund 40 000 übernächtigten Zuschauer zum Abschluss des legendären Woodstock-Festivals elektrisierte: Die von Hendrix mit seiner E-Gitarre zum umjubelten Anti-Vietnamkriegskracher uminterpretierte US-Nationalhymne „Star Spangled Banner“ geben Gitarrist Ralf Bastian und Schlagzeuger Raphael Autz aus Neckarhausen sowie Bassist Mathias Weber aus Ladenburg im „Goldenen Hirsch“ wohl aus gutem Grund bewusst nicht zum Besten.

Zuvor extra eingehört

Dafür begeistern sie aber mit ihren Versionen anderer legendärer Stücke wie „Hey Joe“, „Little Wing“, „Purple Haze“ und „Voodoo Chile“ Fans wie Uwe: „Ich habe mich vorher extra eingehört, indem ich zu Hause alte Hendrix-Platten aufgelegt habe, und habe jetzt viel Spaß, obwohl ich mir noch mehr Sachen von ihm wünschen würde“, berichtet der Stammgast des „Hirsch“-Happenings. Es findet genaugenommen großenteils im angeschlossenen Raucher-„Café Provence“ statt. Doch gilt „Hirsch“ an diesem Abend stets für beide Lokale von Gastgeber Roman Mateicuk. Man hört die Musik aber freilich nicht überall gleich gut.

Dennoch äußern sich alle begeistert: „Ich bin zum ersten Mal beim Vor-Silvesterkonzert und finde die Idee brillant, die Leute am Tag vor dem Jahresende vom Sofa zu holen“, sagt Besucher Jürgen. Die Songauswahl der Coverband von Beatles, Cream, Fleetwood Mac, Gary Moore und Thin Lizzy bis hin zu Janis Joplin und Hendrix sei gelungen. „Es ist wie jedes Jahr super“, findet Inge, „weil man viele nette Leute trifft.“ So voll wie diesmal sei es jedoch schon länger nicht mehr gewesen. „Ein Rekord“, glaubt Mitgastgeberin Lydy Peters, während sie mit einer eigens für diesen Abend verstärkten Crew dem Ansturm der Durstigen an zwei Tresen standzuhalten versucht.

Über das große Interesse freut sich der 25-jährige Autz, der ein E-Schlagzeug der Marke Roland bedient: „Ich habe die Formation im Mai 2019 zusammengetrommelt, und sie macht mir großen Spaß“, erklärt das Mitglied unter anderem der Hausband der Seckenheimer Kleinkunstbühne Palü. „Das miteinander Jammen funktioniert hervorragend bei uns“, erklärt Bassist Weber. „Wir wollen ein oder zwei Auftritte pro Jahr schaffen“, sagt Gitarrist und Sänger Ralf Bastian, der wie Weber eigentlich zu den „Greyhounds“ mit ihren Pink Floyd-Spezialitäten zählt, über das Hendrix-Projekt. Ihm bedeutet Hendrix viel: „Er ist der Ursprung der orchestralen Gitarre und einfach nur geil!“

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