Rhein-Neckar

Ladenburg Workshop zum Umgang mit digitalen Medien / 140 Schüler lernen Gefahren kennen

Im „Digi Camp“ steht auch Youtube auf dem Stundenplan

Internetsucht, Cybermobbing, Sexting und digitaler Stress – die neuen Medien bieten viele Herausforderungen. Wie sie diese richtig meistern können, das haben die Schüler des Carl-Benz–Gymnasiums in Ladenburg bei einem „Digi Camp“ gelernt.

Während des dreitägigen Trainings für digitale Gesundheit gingen die Jugendlichen der Frage „Immer online – nie mehr allein?“nach. Sie lernten in interaktiven Workshops mit Medienpädagogen, Psychologen, Ernährungs- und Fitnessexperten sowie bekannte Persönlichkeiten aus den sozialen Medien den sicheren und gesunden Umgang mit digitalen Medien. Die Krankenkasse Barmer, der TÜV Rheinland und die BG3000, ein soziales Startup, das digitale Projekte umsetzt, haben das Training organisiert.

Die rund 140 Schüler der Jahrgangsstufe acht hatten besondere Fächer wie „YouTube – Broadcast Yourself“ – was so viel heißt wie „übertrage dich selbst“ – „Instagram entdecken“, „Journalismus im digitalen Zeitalter“, oder „Smart Photography“, also intelligente Fotografie.

Für Schulleiterin Hannelore Buchheister biete das Training eine ganz neue Möglichkeit, die Schüler auf den Umgang mit digitalen Medien vorzubereiten: „Natürlich muss man die Jugendlichen präventiv auf die Gefahren des Internets hinweisen – aber die neuen Medien bieten ja auch ganz vielfältige und sehr kreative Formate, um sich und seine Ideen zu verwirklichen.“ Besonders sinnvoll finde sie die Unterstützung durch Experten, die Lehrer teilweise nicht leisten können.

TÜV und Krankenkasse im Boot

„Knapp 97 Prozent aller 12- bis 19-Jährigen in Deutschland besitzen ein Handy. Jeder Dritte von ihnen hat schon einmal einen Fall von Cybermobbing im Bekanntenkreis erlebt“, sagte Andreas Töpfl, Regionalgeschäftsführer der Barmer. Deshalb müsse den Jugendlichen früh der bewusste Umgang mit den digitalen Medien vermittelt werden. Der TÜV Rheinland beschäftigt sich mit der Forschung digitaler Medien und dem daraus resultierendem Stress. „Nur wer sensibilisiert und aufgeklärt ist, kann die vielfältigen Chancen dieser Technologien nutzen“, findet Stefan Poppelreuter, Psychologe vom TÜV.

Das Präventionsprojekt „Immer online – nie mehr allein?“ ist ein digitales Bildungsformat für Jugendliche an Schulen in ganz Deutschland. Es soll für Chancengleichheit sorgen und digitale Bildung für alle Kinder vorantreiben. Experten bringen den Jugendlichen die Möglichkeiten und Risiken des Internmets sowie den Umgang mit Daten und Verwirklichung von Ideen näher. ham