Rhein-Neckar

Schriesheim Jahreshauptversammlung des Bergwerksvereins / Vorstand bittet um mehr Helfer, denn es sind große Aufgaben zu bewältigen

In der Grube Anna Elisabeth stehen Sanierungen an

Archivartikel

Auch der Schriesheimer Bergwerksverein leidet unter dem Mangel an Nachwuchs und Ehrenamtlichen. Dies wurde bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der „Bergwerksgrawwler“ deutlich. „Die Arbeit lastet auf den Schultern von wenigen“, klagte Schatzmeister Herbert Machatschek. „Wir brauchen neue und junge Mitglieder“, appellierte er an die Versammlung mit der Bitte um verstärkte Werbung.

Ebenso ein Dauerbrenner sind die horrend angestiegenen Energiekosten, die dem Verein mächtig zu schaffen machen. Machatschek versicherte den Mitgliedern, dass der Vorstand alles Mögliche tun werde, um gegenzusteuern: „Wir versuchen, diese Kosten mit Hilfe der Eintrittsgelder zu stemmen.“

Denn diese sind nach wie erfreulich und sogar steigend. So konnten im zurückliegenden Jahr 4245 Interessierte durch die Stollen geführt werden, ein Jahr zuvor waren es 4101. Demnächst wird sogar der 200 000. Besucher seit Eröffnung des Bergwerks erwartet.

Das Wetter und die Vorverlegung des Bergwerkfestes in den Juni hatten dem Verein zudem einen Besucherrekord und gut gefüllte Kassen beschert. „Es war ein tolles, gigantisches Fest“, freute sich Machatschek. Bei den Kindern sei die Zauberin Claudilina gut angekommen, bei den Erwachsenen die T-Band am Abend zuvor. „Die T-Band ist und bleibt das Zugpferd“, bestätigte er.

Ebenso erfolgreich, ja ein wahrer Besuchermagnet, ist die traditionelle Halloween-Party. Hierfür bedankte er sich bei den Helfern, die den Besuchern das Fürchten gelehrt haben. Diese positive Bilanz sei aber nur möglich, „wenn wir auch künftig die Bewirtung nicht aus den Händen geben“, mahnte er. Und dazu brauche der Verein mehr freiwillige Helfer.

Jutta Machatschek bestätigt

Nach 35 Jahren stehen auch Sanierungsmaßnahmen im und um das Bergwerk an, über die der Technische Leiter Götz Schmitt informierte. Nach einer aufwendigen Generalüberholung des Mittelstollens stehen nun noch Restarbeiten aus.

„Wir müssen jetzt an eine Runderneuerung am Fuchsloch gehen“, berichtete er. Dort seien die Holzbalken morsch, die daher durch Betonschwellen ersetzt werden sollen. „Die haben eine wesentlich längere Lebensdauer“, begründete er. Da diese Schwellen ein Gewicht von rund 200 Kilogramm haben, müssen sie mit einem Kettenzug verlegt werden. Geplant sei diese Maßnahme aber erst am Ende der Saison.

Umgebaut wurde das Schachthaus, das jetzt durch zwei Türen vom vorderen Bereich abgetrennt ist und als Umkleide dient. „Die Kittel und Helme können jetzt wetterfest aufbewahrt werden“, berichtete Machatschek. Außerdem sei dort auch die Elektroanlage angebracht.

Was Machatschek erbost, das sind die immer umfangreicheren bürokratischen Aufgaben. Erst habe man sich mit SEPA herumschlagen müssen, und jetzt mit der Datenschutzverordnung. „Niemand hat uns Vereinen zuvor etwas an die Hand gegeben, wie das Monster umzusetzen ist“, kritisierte er.

Einstimmig wiedergewählt wurden Jutta Machatschek als Vorsitzende ebenso wie Jochen Motzko als Beisitzer sowie Curt Full und Dietrich Wutzler als Beiräte.