Rhein-Neckar

Ladenburg Mehrere Hundert Besucher bei Eisenbahnmarktmarkt in Aula des Gymnasiums

Junge Modellbauer gesucht

Archivartikel

Ob es hier auch Schlümpfe gebe, will ein Besucher gleich am Eingang wissen. Die Frage ist nicht unberechtigt, schließlich veranstalten Jutta und Bernd Sauerbrey einen Eisenbahn- und Spielzeugmarkt. Doch Spielzeug im weiteren Sinne ist eher die Ausnahme am Samstag in der Aula des Carl-Benz Gymnasiums in Ladenburg – das Angebot beschränkt sich weitgehend auf Modelleisenbahnen und Zubehör. Dabei hatte alles mal als Spielzeugmarkt angefangen, genauer gesagt als Puppenmarkt. Vor mittlerweile 35 Jahren.

„Damals war der Markt in Frauenhand“, erzählt Bernd Sauerbrey. „Aber der Markt hat sich entwickelt.“ Aus dem Puppenmarkt wurde bald ein Eisenbahnmarkt – und der ist heute fast ausschließlich in Männerhand: „Das geht alles in Richtung graue Haare“, wie er zudem das Alter des Publikums beschreibt.

Genau das ist ein großes Problem: „Wir haben hier keinen Nachwuchs. Wer spielt heute noch mit einer Modelleisenbahn?“, so Sauerbrey. Im Zeitalter von Computer und Smartphones würden die meisten Kinder und Jugendlichen das Phänomen Modelleisenbahn gar nicht mehr kennen: „Wenn der Vater eine Modelleisenbahnanlage hat, wird sich der Sohn vielleicht auch damit beschäftigen, sonst aber nicht.“ Deswegen haben Jugendliche bis 16 Jahre freien Eintritt auf dem Markt.

Internet als Konkurrenz

Doch Computer und Smartphones verändern nicht nur das Spielverhalten, sondern auch den Markt, berichtet Sauerbrey: „Das Besucherinteresse auf den Modelleisenbahn- und Spielzeugmärkten hat leider deutlich nachgelassen.“ Viele Sammler und Händler nutzen heute die Angebote der digitalen Auktionshäuser und der im Internet präsenten Händler. „Da kommen nur noch wenige auf so einen Markt.“

Dennoch ist Sauerbrey zufrieden: Ein paar Hundert Besucher sind da. Und das, obwohl „die Eisenbahnzeit eigentlich noch nicht da ist“. Die beginnt erst im kalten Herbst, im Oktober und November. Der Markt in Ladenburg ist mit knapp 40 Ausstellern und Händlern zudem ausgebucht – und auch seine weiteren Märkte in Ladenburg in diesem Jahr und auch im nächsten Jahr sind mit Ausstellern und Händlern bereits besetzt.

„Früher waren wir in der Kulturhalle in Feudenheim, aber die haben die Saalmiete verdoppelt“, erklärt Sauerbrey. Die Eintrittsgelder und Standmieten wollte er aber nicht erhöhen. „Das würde nicht funktionieren.“ Also hat er eine neue Halle gesucht und ist in Östringen fündig geworden. Am 30. November findet der nächste Markt statt, wie gewohnt in Ladenburg.

Der nächste Markt am 14. Dezember geht dann aber nicht in Feudenheim, sondern erstmalig in Östringen über die Bühne. 2020 geht es dann am 29. Februar in Ladenburg weiter und am 28. März wieder in Östringen. Sein Konzept scheint aufzugehen, denn auch die beiden Modelleisenbahnmärkte in Östringen für 2019 und 2020 sind bereits voll ausgebucht.

Neben all diesen Veränderungen gibt es aber auch eine Konstante, die immer gleich bleibt und auf die sich viele Messebesucher sehr freuen: „Der Kaffee und Kuchen, den machen Schwager und Schwägerin mit ihren Kindern.“ dle

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