Rhein-Neckar

Rhein-Neckar Heddesheim nutzt Tarifvertrag „Covid“

Kommunale Beschäftigte in Kurzarbeit

Archivartikel

Die Corona-Pandemie trifft auch viele kommunale Einrichtungen in voller Härte. Bäder, Museen, Kultur- und Sporteinrichtungen sind seit Wochen geschlossen, der Betrieb in Schulen und Kitas ist bis auf die Notbetreuung weitgehend heruntergefahren. Vor diesem Hintergrund haben sich die Tarifvertragsparteien im öffentlichen Dienst Anfang April darauf geeinigt, in diesen Betrieben Kurzarbeit zu ermöglichen. Die Gemeinde Heddesheim macht davon nun Gebrauch. In anderen Kommunen ist dies aktuell noch kein Thema. Dass es noch eines wird, sei aber nicht auszuschließen, heißt es beispielsweise aus Ladenburg.

Heddesheim: Wie das Rathaus informiert, sind 38 Mitarbeiter in den folgenden Einrichtungen ab der kommenden Woche von Kurzarbeit betroffen: Schulmensa Hans-Thoma-Schule und Karl-Drais-Schule, Grundschulbetreuung, Scheunengalerie (Seniorentreff), Badesee und Kommunaler Kindergarten. Überwiegend seien die Beschäftigten mit reduzierten Arbeitszeiten im Einsatz, bei sechs Mitarbeitern erfolge eine komplette Freistellung. Das Kurzarbeitergeld werde auf 95 Prozent des Nettoentgelts aufgestockt. „Wir hoffen, dass sich die Situation schnellstmöglich wieder bessern wird und wir zu einem Regelbetrieb in den Einrichtungen zurückkehren können“, schreibt die Gemeindeverwaltung. Grundsätzlich möglich wäre die Kurzarbeit bis Jahresende.

Edingen-Neckarhausen: Nach Auskunft von Hauptamtsleiterin Elke Hugo ist Kurzarbeit in der Doppelgemeinde derzeit kein Thema: „Wir haben alle Mitarbeiter so gut es geht beschäftigt.“ Teilweise seien sie in anderen Bereichen als sonst im Einsatz, etwa statt im Jugendzentrum in der Notbetreuung. Auch würden Urlaub oder Mehrarbeitszeiten abgebaut oder gezielte Projektarbeit geleistet. Im Schwimmbad würden zudem Wartungs-, in den Schulen Reinigungsarbeiten vorgenommen – auch im Hinblick auf die Wiedereröffnung.

Ilvesheim: In Ilvesheim ist derzeit laut Hauptamtsleiter Marc Schneider keine Kurzarbeit geplant. „Bisher fahren wir gut damit, dass die Angestellten Resturlaub und Überstunden abbauen.“ Mitarbeiter von Einrichtungen, die derzeit geschlossen seien, würden anderweitig eingesetzt. So unterstützen zum Beispiel die Sozialarbeiter, die sonst im Jugendzentrum (JUZ) beschäftigt sind, die Sozialarbeiterin im Rathaus. Das JUZ ist derzeit geschlossen. Die Mitarbeiter des Bades bauen Überstunden ab. „Auch hier ist es unser Ziel, die Kollegen in anderen Bereichen einzusetzen.“ Es müsse das Ziel sein, Kurzarbeit so lange wie möglich zu vermeiden.

Ladenburg: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Inanspruchnahme von Kurzarbeit bei der Stadtverwaltung Ladenburg nicht auszuschließen“, heißt es aus dem Rathaus der Römerstadt. Die Arbeitsbereiche, in denen Kurzarbeit vorstellbar wäre, seien jedoch begrenzt. Gegenwärtig gebe es noch keine konkreten Pläne. Die Beantragung von Kurzarbeit erfordere einen umfangreichen Abstimmungsprozess mit den Beschäftigten sowie dem Personalrat. Zudem seien eine Vielzahl von Voraussetzungen zu erfüllen, wie beispielsweise ein vollständiger Abbau der Arbeitszeitguthaben sowie Urlaub aus dem Vorjahr, so eine Sprecherin der Stadt.

Schriesheim: In der Weinstadt gibt es nach Auskunft von Hauptamtsleiter Dominik Morast derzeit keine Überlegungen, Kurzarbeit einzuführen: „Wir begegnen den Überkapazitäten mit Überstundenabbau, Urlaub und Mitarbeit in anderen Arbeitsgebieten.“

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