Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Feierstunden zum Volkstrauertag in den Städten und Gemeinden der Region / In Ladenburg gestalten Jugendliche mit

Lieder und Gedichte mahnen zum Frieden

Archivartikel

Mit Feierstunden und Kranzniederlegungen haben die Menschen am gestrigen Volkstrauertag auch in der Region der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Vielerorts gestalteten Chöre und Musikgruppen das Gedenken musikalisch.

In Ladenburg beteiligten sich Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Diakon Thomas Pilz aktiv an der Feier. Die vier Jugendlichen trugen eine Zusammenfassung der Mauer-Historie (von 1961 bis 1989) und das Gedicht „Die Mauer“ von Ai Weiweis Vater Ai Qing vor. „Eine Mauer, wie ein Messer schneidet sie eine Stadt in zwei Stücke“, heißt es darin. Joachim Junghans und Pilz spielten „Fluche, Seele fluche“ des DDR-Liedermacherduos Pannach und Kunert und „Du lass’ dich nicht verhärten“ von Wolf Biermann.

In Edingen-Neckarhausen rief Bürgermeister Simon Michler das Schicksal vieler Menschen in Erinnerung und mahnte: „Gerade heute, wo rechte Kräfte die dunklen Seiten der deutschen Geschichte nur allzu gerne relativieren wollen, ist es wichtig, sich zu erinnern.“ Er wünsche sich, dass jeder Einzelne den Mut aufbringe, sich aktiv für den Frieden auf der Welt einzusetzen.

In Heddesheim erinnerte die evangelische Pfarrerin Franziska Stoellger vor rund 60 Zuhörern an die Gründung des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge vor 100 Jahren, den ersten Volkstrauertag 1925 und die Umfunktionierung durch Hitler zum „Heldengedenktag“. „Auch der Andere ist ein Mensch“, mahnte die Geistliche zu mehr Toleranz und stellte fest: „Wenn wir unseren Blick weiten, dann wächst unsere Bereitschaft, uns für den Frieden einzusetzen.“

Zum ersten Mal seit vielen Jahren gab es in den Mannheimer Stadtteilen Seckenheim und Friedrichsfeld keine eigenen Gedenkfeiern (der „MM“ berichtete). In der Weinstadt Schriesheim fanden hingegen gleich drei Feierstunden statt, zunächst in den Odenwaldstadtteilen Altenbach und Ursenbach und schließlich an der zentralen Gedenkstätte in der Stadtmitte. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden hat Schriesheim diese nämlich nicht auf den Friedhof verlegt, sondern mitten im Ort belassen.

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