Rhein-Neckar Löwen

Handball Rhein-Neckar Löwen bestätigen den Weggang der Meisterhelden Mads Mensah Larsen und Gedeón Guardiola

Abschiede mit Ansage

Archivartikel

Mannheim.Wenn die Rhein-Neckar Löwen am 14. Mai gegen GWD Minden die Bundesliga-Saison beenden, dürften in der Mannheimer SAP Arena wieder viele Tränen fließen. Traditionell verabschiedet der zweifache deutsche Handball-Meister die Spieler gebührend, die den Club verlassen. Im nächsten Jahr werden das Gedeón Guardiola und Mads Mensah Larsen sein. Zwei verdiente Helden, die bei den Badenern keinen neuen Vertrag erhalten. Über den nahenden Weggang des Duos hatte diese Zeitung bereits Ende Oktober exklusiv berichtet, der Club bestätigte nun beide Personalien.

„Erfolgsgeschichte geprägt“

„Mit Mads und Gedeon verlieren wir zwei Stammkräfte, die die Erfolgsgeschichte der Löwen entscheidend mitgeprägt haben“, sagte Managerin Jennifer Kettemann. Ihre Worte klangen ein wenig nach Wehmut, allerdings war es der Club selbst, der sich zu diesem Schritt entschloss.

Guardiola kam im Sommer 2012 zu den Löwen und hatte als Abwehrchef riesigen Anteil am Aufstieg des Vereins vom fast insolventen Club hin zu einer der weltbesten Handball-Adressen. Neben Andy Schmid, Alexander Petersson und Patrick Groetzki war er an allen Titelgewinnen (EHF-Cup 2013, Meister 2016 und 2017, Pokalsieger 2018, Supercup 2016, 2017, 2018) als Stammkraft beteiligt, auch wenn der Spanier im Pokalfinale 2018 verletzt fehlte.

Unter dem neuen Trainer Kristján Andrésson hatte Guardiola in dieser Saison zunächst einen schweren Stand. Doch der 35-Jährige kämpfte sich ins Team. Beim Sieg in Magdeburg war er ein entscheidender Faktor, in der vergangenen Woche kippte die schon jetzt legendäre Begegnung gegen Kiel mit seiner Einwechslung. Den Norddeutschen gelangen danach in 40 Minuten nur noch zwölf Treffer.

Aber: Mit Ilija Abutovic haben die Löwen schon einen reinen Abwehrspezialisten unter Vertrag, ein zweiter wie Guardiola gilt da als Luxus, den sich nur wenige leisten. Jesper Nielsen kann ebenfalls im Mittelblock decken. Und die Variante mit Rückraumspieler Romain Lagarde im Abwehrzentrum hat Trainer Andrésson schon ausprobiert und nach wie vor auf dem Schirm, wie er nach dem Sieg in Leipzig verriet. „Ich finde nicht, dass Romain das schlecht gemacht hat. Es ist eine neue Position für ihn, aber er ist erst 22 Jahre alt“, sagte Andrésson, dessen Spielidee keine zwei Abwehr-Angriff-Wechsel vorsieht.

Ob die Löwen trotzdem noch einen Mann für den Mittelblock holen? Es ranken sich Gerüchte um den schwedischen Nationalspieler Max Darj, der beim Bergischen HC in der Offensive am Kreis und auch im Deckungszentrum spielt. Allerdings ist er vertraglich bis 2021 an seinen jetzigen Club gebunden. Und nicht zuletzt spielt das Geld eine Rolle: Mit Albin Lagergren, der aus Magdeburg kommt, müssen die Löwen in der nächsten Saison bereits einen zusätzlichen Halbrechten finanzieren.

Mensah Larsen wechselte 2014 zu den Löwen, an ihm scheiden sich seitdem die Geister. Einzig in der Spielzeit 17/18 war er unumstrittene Stammkraft. Doch seit einigen Wochen blüht der Däne, der vor einem Wechsel zur SG Flensburg-Handewitt steht, auf. „Er ist momentan unser bester Halblinker“, sagte zuletzt Rechtsaußen Patrick Groetzki.

Klar scheint: Die Löwen werden nicht mit nur drei Rechtshändern (Romain Lagarde, Steffen Fäth, Schmid) im Rückraum in die neue Saison gehen, sie brauchen also Ersatz. Der Vertrag von Nationalspieler Fabian Böhm in Hannover endet im nächsten Sommer. Und in Kiel heißt es, dass dort Lukas Nilsson (Vertrag bis 2021) mit seiner Rolle nicht glücklich ist – zumal der THW im nächsten Jahr mit Sander Sagosen noch einen Rückraum-Star holt.

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