Rhein-Neckar Löwen

Handball Bundesliga-Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen schwächelt erneut in der Champions League

Das Problem mit dem Spagat

Mannheim.Der Ärger stand Nikolaj Jacobsen nicht ins Gesicht geschrieben, die Enttäuschung hingegen schon. Der Trainer der Rhein-Neckar Löwen weiß, dass Vorrunden-Niederlagen in der Champions League durchaus verschmerzbar sind. Wenn diese aber völlig unnötig zustande kommen und die eigene Ausgangsposition gefährden, hat der Däne Redebedarf. Dann wählt er klare Worte. Und genau das machte Jacobsen am Sonntag, nachdem der zweifache deutsche Handball-Meister in der Königsklasse mit 35:37 (17:15) gegen Pick Szeged verloren und sich damit sämtlicher Chancen auf den zweiten oder dritten Tabellenplatz beraubt hatte. Wieder einmal bekommen die Badener offenbar den fraglos schwierigen Spagat zwischen Bundesliga und Champions League nicht hin.

„Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir nach der Pause im Januar schlecht durch die Champions League kommen. In der Vergangenheit hatten wir das gleiche Problem. Wir müssen besser werden und es schaffen, auf die Bundesliga und die Champions League zu achten“, sagte Jacobsen, dessen Mannschaft vor genau zwölf Monaten eine exzellente Ausgangsposition hatte und sogar um den Gruppensieg spielte. Zwei unerwartete Niederlagen zum Abschluss gegen RK Celje und – wieder einmal – Pick Szeged ließen die Badener aber noch auf Rang vier abrutschen. Es folgte das schwere Achtelfinal-Spiel gegen den THW Kiel – und das Aus in der ersten K.o.-Runde.

Das soll nicht wieder passieren, auch wenn Jacobsen seit jeher kein Geheimnis daraus macht, dass der Fokus dem nationalen Titelrennen gilt. Mit dieser Marschroute hatten die Löwen auch großen Erfolg, sie holten zwei Mal in Folge die Meisterschaft und sind jetzt wieder Spitzenreiter. In dieser Saison wollen sie aber auch in der Champions League besser abschneiden – doch stattdessen droht nun der Absturz auf Rang fünf, nachdem die Löwen Ende des vergangenen Jahres auch noch völlig überraschend in Zagreb verloren hatten und nun 12:10 Punkte auf dem Konto haben. Dem Bundesliga-Tabellenführer sitzt Pick Szeged (11:11) im Nacken. Keine Frage: Im Duell mit den Ungarn ließ der Bundesligist leichtfertig eine große Chance aus, den Rivalen zu distanzieren, weil er wieder einmal sein „schlechtes Champions-League-Gesicht“ zeigte, wie es Kapitän Andy Schmid nannte.

Ungewohnte Schwächen

Der Regisseur war zu Beginn von der offensiven ungarischen Deckung aus der Partie genommen worden und produzierte im weiteren Spielverlauf ungewohnt viele Fehler. Dafür trumpfte aber Mads Mensah Larsen auf. Doch seine neun Treffer reichten nicht, die Defensivschwächen waren einfach zu groß und wurden vom Dänen dann auch klar angesprochen: „37 Gegentore sind angesichts der Abwehr, die wir spielen können, viel zu viel. Wir haben die Partie in der Verteidigung verloren, aber auch nie im Angriff unsere Leistung gefunden. Wir haben uns richtig viele technische Fehler geleistet und das Gegenteil von dem gemacht, was wir sonst machen.“ Oder anders ausgedrückt: Es war ganz einfach genau das, was die Löwen immer mal wieder in der Champions League zeigen.

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