Rhein-Neckar Löwen

Handball Löwen gewinnen 36:23 in Hüttenberg – und haben im April nur zwei Ligaspiele

Der Respekt vor der Pause

Archivartikel

Hüttenberg.Vier Spiele in sieben Tagen, zwei Partien an einem Wochenende – zuletzt sogar zwei Begegnungen innerhalb weniger Stunden. Der Terminplan machte den Rhein-Neckar Löwen in dieser Saison schon so richtig zu schaffen. Mehrfach mussten sie an ihre Belastungsgrenze gehen, im Herbst bei neun Auswärtspartien in Folge sogar darüber hinaus. „Zu sehen, dass so gute Spieler wie wir einfach zu leer sind, um das Beste aus sich herauszuholen, das tut weh“, sagte damals Torwart Andreas Palicka, der mit den Badenern nach dem ungefährdeten 36:23-Erfolg am Donnerstag beim TV Hüttenberg vor einer völlig ungewohnten Situation steht.

Denn im Anschluss an die jetzige Länderspielwoche ist der deutsche Handball-Meister im gesamten April nur zwei Mal gefordert. Nach der Heimpartie gegen die HSG Wetzlar (14. April) folgt das Topspiel bei der TSV Hannover-Burgdorf (19. April), erst zweieinhalb Wochen später geht es dann beim Final Four gegen den SC Magdeburg weiter. „Wenn wir gegen Wetzlar spielen, kommen alle von ihren Nationalmannschaften und sind halbwegs im Rhythmus“, sagt Trainer Nikolaj Jacobsen: „Aber zwischen der Partie in Hannover und dem Final Four liegt eine lange Zeit. Und ich finde, dass wir gerade nach größeren Pausen nicht so gut spielen.“ Der zweifache deutsche Meister zieht deshalb in Erwägung, zwischendurch eine Freundschaftspartie zu bestreiten, um ein wenig Spielpraxis zu sammeln und gut vorberietet zur Pokal-Endrunde zu reisen. Schließlich soll im elften Anlauf endlich einmal der Titel her.

Doch bis dahin ist noch ein wenig Zeit. Rückraumspieler Alexander Petersson, der aus der isländischen Nationalmannschaft zurückgetreten ist, freut sich jetzt erst einmal „auf das Osterfest mit meiner Familie“ und versucht, die geringe Belastung positiv zu sehen: „Meine Kinder haben Ferien, ich bin da. Perfekt.“

Jacobsen amüsiert sich

In Hüttenberg konnte sich der Linkshänder schon früh gedanklich auf ein Wochenende mit Frau und Kindern einstellen, nach der 20:9-Pausenführung nahm Trainer Jacobsen seinen Leistungsträger vom Feld und schonte ihn. „Wir haben das Spiel in 30 Minuten fertig gemacht“, war Petersson genauso glücklich wie sein bestens gelaunter Coach – und das eher weniger, weil der Tabellenzweite Berlin beim 24:24 in Stuttgart patzte. Jacobsen amüsierte sich vielmehr darüber, dass Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Löwen, nach der Pressekonferenz den falschen Weg Richtung Kabine eingeschlagen und sich für wenige Augenblicke in der kleinen Gießener Sporthalle verirrt hatte.

Erst nach einem kleinen Lachanfall kam der Trainer wieder auf das Spiel zu sprechen, in dem er in der zweiten Halbzeit Patrick Groetzki auf der Spitze der 5:1-Deckung und Filip Taleski im Zentrum verteidigen ließ. „Das haben wir im Training nur zwei oder drei Mal ausprobiert“, übte sich der Trainer ob der einen oder anderen Lücke in Nachsicht – zumal er in den nächsten Wochen reichlich Zeit hat, an dieser Variante zu arbeiten.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/loewen

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