Rhein-Neckar Löwen

Handball Vladan Lipovina macht beim 33:27 gegen Brest mit einer Handvoll krachender Treffer auf sich aufmerksam

Die „Fünf“ als Programm

Archivartikel

Mannheim.Das Trikot mit der Nummer fünf lag bei den Rhein-Neckar Löwen die vergangenen vier Jahre im Schrank, zuletzt trug vier Jahre lang Zarko Sesum das Leibchen mit der „5“ bevor er die Badener im Sommer 2014 verließ. Für Vladan Lipovina könnte die große schwarze Ziffer auf seiner linken Brust nun zum Programm werden. In der Bundesliga steuerte der Linkshänder beim 36:21 in Bietigheim fünf Treffer bei und am Mittwochabend beim 33:27 gegen den HC Meshkov Brest war es nun wieder eine ganze Handvoll. Der gebürtige Mazedonier vertrat in der Partie gegen die Weißrussen in der zweiten Halbzeit den verletzten Alexander Petersson und verpasste nur einen seiner sechs Versuche.

„Ja, das war ganz gut“, freute sich Lipovina über seine Vorstellung, wollte die Ausbeute aber auch nicht überbewerten. „Wichtiger waren die zwei Punkte. Wir haben heute ohne drei Stammspieler Charakter gezeigt und uns nach der Niederlage in Kielce gleich zurückgemeldet“, meinte der 25-Jährige, der nun an diese Leistungen anknüpfen möchte. „Ich muss im Training immer Gas geben und auf meine Chance warten“, weiß der Neuzugang vom TV Hüttenberg um seinen Platz in der Team-Hierarchie.

Fast ein halbes Jahr Pause

Doch die Herausforderung, sich herankämpfen zu müssen, stellte sich dem Rückraumwerfer in diesem Jahr nicht zum ersten Mal. Unmittelbar nach der EM im Januar erkrankte Lipovina schwer, konnte kein Spiel mehr für den Bundesliga-Absteiger TV Hüttenberg bestreiten und musste sich zunächst ganz darauf konzentrieren, erst gesund und danach wieder fit genug für den Profi-Sport zu werden. Dieses Kapitel sieht der Mazedonier inzwischen hinter sich. „Ich bin wieder bei 100 Prozent“, sagt der 1,98-Meter-Mann und möchte sich als Alternative im rechten Rückraum anbieten.

Noch Defizite in der Abwehr

Dass dieses Vorhaben am Mittwoch so gut geklappt hat, nachdem Lipovina bis auf das Spiel beim Aufsteiger Bietigheim bislang noch keine große Rolle spielen konnte, freute natürlich auch Trainer Nikolaj Jacobsen. „Vladan hat einen sehr guten Wurf. Das sehen wir jeden Tag im Training und das hat er nun auch im Spiel gezeigt“, war der Coach nicht sonderlich überrascht. „Je mehr Spieler sich auf diese Weise melden, desto besser. So können wir die Last auf mehrere Schultern verteilen und konnten so gegen Brest auch die drei Ausfälle kompensieren“, sagte der Löwen-Coach mit Blick auf den nun breiteren Kader – selbst wenn die defensiven Defizite bei manchen Spielern eine noch größere Rotation verhindern.

So konnte auch Lipovina erst in der zweiten Hälfte eingreifen, weil er hier ohne große Umwege in der Abwehr auf die Bank konnte. Von den Defensivqualitäten eines Alexander Petersson ist der Neuzugang schließlich noch weit entfernt. Doch der 25-Jährige will sich weiterentwickeln und den nächsten Schritt gehen – am liebsten gleich am Sonntag (13.30 Uhr), wenn es zu seinen ehemaligen Kollegen von der HSG Wetzlar geht. „Dort kenne ich noch viele Leute“, freut sich Lipovina auf die Rückkehr und peilt mit den Löwen den fünften Bundesliga-Sieg der neuen Spielzeit an. Und seine Trikotnummer würde auch zu diesem Vorhaben bestens passen.

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