Rhein-Neckar Löwen

Handball Löwen spielen heute um 21 Uhr gegen Zagreb, was für Ärger sorgt / Sky diktiert den Termin, Club hat finanziellen Schaden

"Diese Uhrzeit ist eine Katastrophe"

Mannheim.Es ist das letzte Heimspiel vor dem Marathon in der Fremde mit neun Auswärtsbegegnungen in Folge - und trotzdem werden heute wohl viele Fans der Rhein-Neckar Löwen zuhause bleiben. Um 21 Uhr muss der Handball-Bundesligist in der Champions League gegen den kroatischen Serienmeister HC Zagreb antreten. Es droht eine Geisterkulisse zur Geisterstunde in der riesigen SAP Arena.

"Der Europäische Verband EHF hat mit der späten Anwurfzeit dem Wunsch des Fernsehsenders Sky entsprochen. Sky möchte an einem Donnerstag die Champions League nicht parallel zur Handball Bundesliga übertragen. In die Gespräche waren wir nicht eingebunden", teilte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann auf Anfrage dieser Zeitung etwas verstimmt mit: "Für uns und insbesondere für unsere Fans ist diese Uhrzeit eine Katastrophe, und sie wird uns mit Sicherheit mehrere tausend Zuschauer kosten. Auch wirtschaftlich gesehen ist das natürlich ein Problem." Der deutsche Meister erwartet 2000 bis 3000 Zuschauer, nur der 4000 Zuschauer fassende Unterrang wird geöffnet.

Karl Valks, bei Sky für alle Sportarten außerhalb des Fußballs zuständig, vertritt als Vertreter des Fernsehsenders logischerweise eine andere Ansicht und denkt an die Sky-Kunden: "Wenn Bundesliga- und Champions-League-Spiele auf einen Tag fallen, ist es im Interesse unserer Zuseher, dass diese nicht parallel stattfinden."

Klar ist: Bei Sky genießt die Bundesliga, die am Donnerstag um 19 Uhr spielt, absolute Priorität, was sich auch an den TV-Übertragungen in dieser Saison eindeutig ablesen lässt. Wurden in der Vergangenheit noch Kommentatoren und Experten zu den Auswärtsspielen der deutschen Clubs in der Champions League geschickt, fällt dieser Service für die Fernsehzuschauer nun weg. Die Begegnungen werden nicht mehr direkt aus den Hallen in Nantes oder Kristianstad kommentiert, sondern aus München. "Durch den Erwerb der Bundesliga-Rechte haben wir unser Handballangebot extrem ausgeweitet, wir zeigen weiter alle deutschen Spiele der Champions League und alle 306 Partien der Bundesliga. Mit der redaktionellen Rahmenberichterstattung konzentrieren wir uns auf die Heimspiele in der Champions League und die Bundesliga-Begegnungen", erläutert Valks.

Unabhängig von den zu erwartenden leeren Rängen wollen die Löwen die heutige Partie natürlich gewinnen und in der Königsklasse ungeschlagen bleiben. Zagreb holte gegen Wisla Plock und bei IFK Kristianstad jeweils einen Punkt, die Duelle mit Pick Szeged und Vardar Skopje gingen verloren. Die Badener gehen als Favorit in die Begegnung, machten in der Vergangenheit aber häufig schlechte Erfahrungen mit dem Traditionsclub vom Balkan. In der vergangenen Saison verloren die Löwen in der Vorrunde gegen Zagreb, 2016 schied die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen gegen den heutigen Gegner sogar sensationell im Achtelfinale aus. "In der Champions League gibt es keine leichten Gegner", sagt Rückraumspieler Momir Rnic: "Zagreb ist in der Lage, jede Mannschaft in der Gruppe zu schlagen."

Zum Thema