Rhein-Neckar Löwen

Handball Bundesligist bestätigt Verpflichtung von Torwart Nikolas Katsigiannis, der schon gegen Leipzig im Kader steht

Eine „Katze“ für die Löwen

Mannheim.Nikolas Katsigiannis fühlt sich „fit“, was grundsätzlich erst einmal eine gute Nachricht für die Rhein-Neckar Löwen ist. Der Handball-Bundesligist war nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Mikael Appelgren schließlich auf der Suche nach einem Torwart und einigte sich nun mit dem fünffachen deutschen Nationalspieler auf einen Vertrag bis zum Saisonende. Am Dienstag bestätigte der Club den Transfer, über den diese Redaktion zuvor exklusiv berichtet hatte. Schon am Donnerstag (19 Uhr) im Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig wird der 38-Jährige zum Kader gehören.

Seit 2006 in der Bundesliga

Fraglich ist, inwieweit der Routinier den Löwen sofort helfen kann. Klar, ein gewisses Grundniveau ist nach wie vor da. Auch mit seiner Erfahrung, gerade bei Torhütern von unschätzbarem Wert, wird er viel wettmachen können und vor allem ein wichtiger Ansprechpartner für Stammtorwart Andreas Palicka sein. „Nikolas kennt die Bundesliga wie kaum ein anderer Torhüter. Für uns ist seine Verpflichtung in der aktuellen Phase ein absoluter Glücksgriff“, sagt Sportchef Oliver Roggisch über den Mann, der seit 2006 in praktisch allen Hallen der Republik bestens bekannt ist.

Dennoch: Seit Monaten hat Katsigiannis kein Bundesligaspiel mehr bestritten, zuletzt war er vertragslos. Bis zum Abbruch der vergangenen Saison stand der Sohn eines griechischen Vaters und einer deutschen Mutter beim HC Erlangen unter Vertrag. Danach wurde es schwierig, einen neuen Club zu finden. Corona veränderte alles.

Nun also die Löwen, deren Anfrage der Schlussmann als „große Ehre bezeichnet“. Der zweifache deutsche Meister gehöre seit Jahren zu den Spitzenclubs, meint Katsigiannis: „Und ich möchte helfen, die ehrgeizigen Ziele in dieser doch schwierigen Zeit zu verwirklichen.“

Geschäftsführerin Jennifer Kettemann spricht von einer „langen und kräftezehrenden Saison mit vielen Unwägbarkeiten“, die vor den Löwen liege. Die Ausfallzeit von Appelgren bezeichnet sie als „ungewiss“, nachdem es zunächst geheißen hatte, dass er „voraussichtlich bis Jahresende“ fehle. Möglicherweise steht der Schwede nach einer Sehnenverletzung in der linken Schulter also noch länger nicht zur Verfügung.

Unklar ist ebenfalls nach wie vor, wie lange Kreisläufer Jannik Kohlbacher noch zuschauen muss. Ihn zwingt eine Bänderverletzung im Ellenbogen zu einer Zwangspause. „Ich mache meine Reha. Es geht kontinuierlich nach oben. Auch was das Schmerzgefühl angeht, wird es von Tag zu Tag besser“, machte der Europameister von 2016 zuletzt zumindest kleine Hoffnungen auf ein baldiges Comeback. Trainer Martin Schwalb dämpft im Gespräch mit dieser Redaktion allerdings die Erwartungen: „Seine Rückkehr ist nicht absehbar. Wenn Jannik ein gutes Gefühl hat, freut mich das sehr. Er und Mikael fehlen uns schon sehr, dazu noch Jesper Nielsen. Torwart und Kreis, puh . . . das sind die Positionen, auf denen eigentlich besser nichts passiert wäre.“

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