Rhein-Neckar Löwen

Handball Rhein-Neckar Löwen zwischen Königsklasse und Pflichtaufgabe am Sonntag

Etwas Zeit zum Durchatmen

Archivartikel

Mannheim.Drei Spiele in sechs Tagen - die Handballer der Rhein-Neckar Löwen bekamen in der zurückliegenden Woche einen ersten Eindruck von der bevorstehenden Terminhatz. Mit der Ausbeute aus dem Liga-Spiel in Gummersbach vor einer Woche (29:26) sowie den drei Punkten aus den ersten beiden Champions-League-Spielen kann der deutsche Meister aber auf jeden Fall zufrieden sein - und nach dem 31:27-Erfolg gegen den polnischen Vize-Meister Wisla Plock gab es gestern eine verdiente kleine Auszeit.

"Wir werden etwas für die Regeneration tun und und dann beginnen, uns mit dem nächsten Gegner zu beschäftigen", hat Trainer Nikolaj Jacobsen bereits die Pflichtaufgabe am Sonntag (12.30 Uhr, SAP Arena) gegen Aufsteiger TuS N-Lübbecke im Blick, weiß aber auch, dass er das Programm dosieren muss.

An den Spielern sind die vergangenen Aufgaben schließlich nicht spurlos vorbeigegangen. "In der ersten Halbzeit waren unsere Beine vielleicht nicht immer so schnell wie der Kopf", beschrieb etwa Linkshänder Harald Reinkind die Leistungsdelle, die Plock mit seinem Tempo-Handball und in Verbindung mit den zahlreichen Fehlern in der Löwen-Offensive zwischenzeitlich einen Vier-Tore-Vorsprung ermöglichte. Doch den längeren Atem hatte am Ende der deutsche Meister, der mit Rafael Baena (6 Tore) beispielsweise einen ausgeruhten Kreisläufer in das körperlich intensive Geschehen werfen und den Gegner spätestens nach dem 24:20 (45.) im zweiten Durchgang stets auf Distanz halten konnte.

"Ich fand, die Mannschaft sah am Ende sehr fit aus", beschrieb Torwart Andreas Palicka die Beobachtungen aus seiner Perspektive und hatte da nicht nur die spanische Urgewalt Baenas im Sinn. Auch aus dem Rückraum, wo im ersten Durchgang vor allem auf der linken Seite noch weitgehend Funkstille herrschte, kamen beispielsweise in Person von Harald Reinkind die erforderlichen Impulse, während Linksaußen Jerry Tollbring (6 Tore) - vom sicheren Rückhalt Palicka zentimetergenau gefüttert - immer wieder zum Tempogegenstoß ansetzen konnte.

Gute Stimmung im Harres

"Wir hatten eine super Torwartleistung und konnten uns in der zweiten Halbzeit auch in der Abwehr steigern", fasste Löwen-Sportchef Oliver Roggisch die Gründe für den Erfolg gegen die starken Polen zusammen und fühlte sich wie die Spieler bei der Rückkehr ins Sportzentrum Harres sichtlich wohl.

"Man merkt, dass hier früher lange Zweite Liga gespielt wurde. Die Leute sind sehr handball-affin", verwies Roggisch auf den Standort St. Leon-Rot und auch Keeper Palicka war froh, dass die atmosphärisch trostlosen Auftritte in der Frankfurter Fraport-Arena endlich der Vergangenheit angehören. "Ich war positiv überrascht. Diese kleine Hütte kann ein richtiger Hexenkessel werden", meinte der Schwede, der erstmals in der Ausweichspielstätte antrat. "Jetzt müssen wir nur noch ein paar Fans mehr anlocken", sagte Palicka mit Blick auf die ausbaufähigen 1152 Zuschauer, die aber durchaus für gute Handball-Stimmung sorgten. Ähnlich sah es Roggisch; "Ein paar Leute mehr hätte sich die Mannschaft verdient, aber das liegt nun auch an uns."

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