Rhein-Neckar Löwen

Handball Verletzter Abwehrchef der Rhein-Neckar Löwen weiß um die Bedeutung der anstehenden Bundesliga-Spiele gegen Magdeburg und in Berlin

Guardiola: „Wir können viel gewinnen“

Mannheim.Mittendrin statt nur dabei – auch wenn Gedeon Guardiola seinen rechten Arm in der gelb-blauen Jubeltraube noch sichtlich schonte, ließ es sich der Abwehrchef der Rhein-Neckar Löwen nicht nehmen, den ersten Pokalsieg des deutschen Meisters im zivilen dunkelblauen Polo-Shirt ausgiebig mitzufeiern. Schließlich war auch der Spanier schon fünfmal in Hamburg dabei und fuhr immer wieder mit leeren Händen nach Hause. Nun ist sogar das Double möglich.

„Als ich 2012 zu den Löwen kam, hatte der Verein noch nichts gewonnen. Jetzt können wir sogar zwei Titel in einer Saison holen. Das ist einfach nur großartig“, blickt Guardiola auf die nächsten beiden Hürden in der Bundesliga gegen den SC Magdeburg (Donnerstag, 19 Uhr/SAP Arena) und bei den Füchsen Berlin (Sonntag, 15 Uhr/Max-Schmeling-Halle). „Wir haben bisher immer gut daran getan, auf uns selbst zu schauen. Aber es stimmt natürlich. An diesem Wochenende können wir viel gewinnen“, weiß auch Guardiola um die Bedeutung der beiden schweren Partien – zumal am Donnerstagabend zeitgleich Verfolger SG Flensburg-Handewitt beim THW Kiel antreten muss.

Schwierige Rolle als Zuschauer

Dass der 33-Jährige nach seinem Sehnenriss am großen Brustmuskel im Saisonendspurt nicht selbst mitwirken kann, wurmt den Spanier natürlich, aber Guardiola versucht, das Beste daraus zu machen. „Es ist schon schwierig, einfach nur zuschauen zu müssen – vor allem, wenn man als Abwehrspezialist bestimmte Situationen auf die Defensive zukommen sieht und weiß, was zu tun wäre“, kribbelt es den spanischen Europameister verständlicherweise in den Fingern. Doch Guardiola sieht sich in der Innenverteidigung bestens vertreten.

„Kim Ekdahl du Rietz ist hier die beste Lösung, die uns passieren konnte“, lobt der Routinier den Rückkehrer in den höchsten Tönen und auch Filip Taleski habe sich enorm verbessert. Und auch der Triumph beim Final Four in Hamburg untermauerte diese Einschätzung. Der triumphale Erfolg an der Elbe basierte vor allem auf der starken Abwehrarbeit.

Bis Guardiola hier wieder mitwirken kann, wird es noch einige Wochen dauern. Nach der Sommerpause will der Spanier pünktlich zur Saisonvorbereitung wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, bis er wieder bei seiner alten Leistungsfähigkeit ist, könnte es allerdings Spätherbst werden. Doch der zweifache Familienvater gibt sich zuversichtlich. „Es geht immer ein bisschen vorwärts“, berichtet er optimistisch aus der Reha, die er mittlerweile auch im Kronauer Trainingszentrum absolvieren kann.

Harte Arbeit auf dem Ergometer

Dort sitzt Guardiola auf dem Fahrrad-Ergometer und bringt die Ausdauer in Schwung, auch der Cross-Trainer – natürlich ohne Armeinsatz – ist eine Option. Aber selbst auf die ersten Laufeinheiten muss der 1,99-Meter-Hüne noch warten. „Hauptsache ich bin wieder bei der Mannschaft und in der Kabine“, sagt Guardiola, der sich den Ergometer im Obergeschoss auch mal gerne in die offene Tür stellt, um das Training beobachten zu können. „Das sieht zwar für beide Seiten etwas komisch aus, aber so habe ich das Gefühl, wieder dazuzugehören“, musste sich der Spanier unmittelbar nach der Verletzung zunächst an die neue Situation gewöhnen. Schließlich hatte er bis vor drei Monaten noch nie eine größere Verletzung, die einzige Operation war bis dahin einem entzündeten Blinddarm geschuldet.

„Ich hatte Glück, dass können sicher nicht viele Handball-Profis von sich sagen“, blickt Guardiola zurück, der Fokus liegt aber schon wieder auf der neuen Saison. Hier freut sich der 33-Jährige vor allem auf die beiden Neuzugänge Ilja Abutovic (2,02 Meter) und Jesper Nielsen (2,00 Meter), die beide auch exzellente Abwehrspieler sind. „Dann können wir eine richtige Wand aufbauen“, lacht Guardiola – und will dann wieder ausgelassen Titel bejubeln, ohne sich schonen zu müssen.

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