Rhein-Neckar Löwen

Interview Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen widmet den Titel den Fans und schwört seine Mannschaft auf das große Ziel Meisterschaft ein

„Ich bin stolz auf den ganzen Verein“

Archivartikel

Hamburg.Während Nikolaj Jacobsens Sohn Linus mit dem DHB-Pokal durch die Katakomben der Arena schlenderte, stellte sich der Erfolgstrainer der Löwen im Interview.

Herr Jacobsen, welches Gefühl überwiegt nach diesem Titel?

Nikolaj Jacobsen: Ich bin erst einmal erleichtert, dass diese Frage nach dem Pokalsieg jetzt nicht mehr gestellt wird. Endlich haben wir diesen Titel gewonnen. Ich bin stolz auf den ganzen Verein. Dieser Pokal geht an unsere Fans, die hier acht, neun, zehn oder elf Mal waren. Ich freue mich, dass sie nun endlich mal den Pokal mitbringen.

Wie schwer war die Vorbereitung auf das Turnier?

Jacobsen: Es waren alle ein wenig ungeduldig und wollten schon letzten Dienstag in Hamburg spielen. Das Wichtigste war, dass wir positiv geblieben sind. Wir haben uns gesagt: Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann sind wir die stärkste Mannschaft. Und mit Ausnahme der letzten zehn Minuten in der ersten Halbzeit des Endspiels ist es uns auch gelungen, das zu zeigen.

War das Halbfinale gegen Magdeburg eine Art Dosenöffner?

Jacobsen: Das würde ich nicht sagen. Nach dem Erfolg über den SCM habe ich zu meinen Jungs gesagt: Wir haben bislang nur eine weitere Nacht in Hamburg gewonnen (lacht). Der Druck war auch vor dem Endspiel unglaublich groß.

Was haben Sie Andy Schmid in der Halbzeitpause des Finals gesagt?

Jacobsen: Normalerweise bin ich sauer, wenn er seine Leistung nicht abruft. Er hat zu viele Fehler für seine Klasse gemacht. Diesmal habe ich ihn nur umarmt und ihm gesagt, dass die Mannschaft ihn braucht, dass er seine Kollegen auf seinem Rücken tragen und allen zeigen soll, dass er der beste Spieler ist. Darauf hat er eine sehr gute Antwort geliefert. Und wenn er dann so spielt wie in der zweiten Halbzeit, fällt es einfacher, eine Partie zu gewinnen.

Wie bewerten Sie die Gesamtleistung ihrer Mannschaft?

Jacobsen: Andy wurde zum besten Spieler gewählt. Das gönne ich ihm. Aber ich finde, dass Mads Mensah über beide Partien gesehen unser bester Mann war, gerade auch, als es bei Andy nicht lief. Hendrik Pekeler war überragend, Alexander Petersson auch. Mikael Appelgren war stark im Tor. Insofern haben viele Jungs Anteil an diesem Erfolg. Es war eine überzeugende Mannschaftsleistung.

Was bringt dieser Erfolg mit Blick auf die Bundesliga?

Jacobsen: Ich hoffe, dass dieser Titel einen Riesenschub gibt. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Liga und wissen, dass wir vier Siege für die Meisterschaft brauchen.

Andy Schmid äußerte den Wunsch nach einem trainingsfreien Montag.

Jacobsen: Ja, ich denke das werden wir so machen. Aber es wird wenig gefeiert. Dieser Titel ist unheimlich schön, keine Frage. Aber die wichtigste Trophäe ist immer die Meisterschaft, die ist immer bedeutsamer als der Pokal und das Wichtigste für uns.

Zum Thema