Rhein-Neckar Löwen

Handball Löwen-Trainer hatte Flensburg stets auf dem Zettel

Jacobsens richtige Vorhersage

Archivartikel

Mannheim.Nikolaj Jacobsen (Bild) hatte es immer gesagt. Schon im Juli, als der Trainer mit den Rhein-Neckar Löwen in die Saisonvorbereitung startete, nannte er die SG Flensburg-Handewitt als Meisterschaftsanwärter. Der Däne konnte damals nicht ganz verstehen, warum die Experten den Norddeutschen keine Titelverteidigung in der Handball-Bundesliga zutrauten. Und auch die SG selbst sah sich eher als Verfolger, weil viele neue Spieler kamen – allerdings für die zweite Reihe.

„Wenn man das Torwartgespann mal weglässt, ist die gesamte Stammformation der Meistermannschaft doch noch da. Wir müssen einen neuen Mittelblock bilden, zwei Kreisläufer und einen Rückraumspieler einbinden. Das ist ein Unterschied. Also warum wir höher eingeschätzt werden als die SG, ist mir ein Rätsel“, meinte Jacobsen im Sommer und verglich die beiden Mannschaften.

Vier Monate später darf sich der Löwen-Trainer bestätigt fühlen, auch wenn er das so nicht sagen will. Aber die Fakten sprechen nun einmal für sich. Die Norddeutschen sind Tabellenführer und haben alle ihre zwölf Ligaspiele gewonnen, die Badener haben bereits drei Minuspunkte auf dem Konto. Die SG, blickt Jacobsen zurück, habe sich schön klein gemacht. Sie lief ein wenig unter dem Radar, erst recht noch nach der Niederlage im Supercup gegen die Löwen kurz vor dem Saisonstart – aber da wechselte Flensburgs Trainer Maik Machulla auch viel durch. Nun richten es vor allem wieder die Etablierten.

„Müssen etwas mitnehmen“

„Flensburg spielt stabiler und sicherer als wir. Das fehlt uns momentan, auch weil unsere Neuzugänge erst noch verinnerlichen müssen, hier jeden dritten Tag eine Topleistung abzurufen“, sagt Jacobsen vor dem heutigen Spitzenspiel an der Ostsee, in dem es für die Badener schon um sehr viel geht. „Wenn man Flensburg stoppen will, müssen wir da schon etwas mitnehmen“, verdeutlicht Kapitän Andy Schmid die Ausgangslage. Von einem Schicksalsspiel oder einem möglichen K.o. im Titelrennen bei einer Niederlage will er zu diesem Zeitpunkt in der Saison aber noch nicht sprechen: „Dafür stehen noch zu viele schwere Spiele an – auch für uns. Und daran müssen wir denken.“

Ein Sieg im Norden würde aber viele Dinge vereinfachen. „Wir wollen Flensburg angreifen und haben auch die Mittel dazu“, sagt der Sportliche Leiter Oliver Roggisch vor dem Duell in der gefürchteten Flens-Arena mit ihren enthusiastischen Fans. „Wir wissen, wie viel Spaß es macht, dort zu spielen“, freut sich Patrick Groetzki auf die Partie: „Allerdings ist uns auch bewusst, wie schwer es ist, dort zu gewinnen.“ Bild:dpa

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