Rhein-Neckar Löwen

Handball Der geniale Spielmacher der Löwen verlängert seinen Vertrag vorzeitig und will seine Karriere in Mannheim beenden

Kapitän Schmid bleibt bis 2022 an Bord

Archivartikel

Mannheim.Die Rhein-Neckar Löwen ohne Andy Schmid? Inzwischen ist dieses Szenario undenkbar. Der Schweizer ist der Denker und Lenker im Spiel des Pokalsiegers, der Kapitän ist Torjäger, Vorbereiter und Anführer zugleich sowie der verlängerte Arm von Trainer Nikolaj Jacobsen.

In den Spielzeiten 2015/2016 und 2016/2017 führte der 35-Jährige sein Team zu den so lange ersehnten deutschen Meisterschaften. Fünf Mal in Folge wurde der Weltklasse-Regisseur zuletzt zum besten Spieler der Bundesliga gekürt. Auch die europäischen Top-Clubs mit den dicken Brieftaschen klopfen da natürlich in regelmäßigem Abstand bei Schmid an, doch der Löwen-Kapitän lehnte auch die jüngsten Offerten ab und hat seinen bis 2020 laufenden Vertrag nun vorzeitig bis zum 30. Juni 2022 verlängert.

„Ich kann mir nicht vorstellen, in meiner Karriere noch einmal ein anderes Trikot als das der Löwen zu tragen. Ich möchte meine aktive Karriere bei den Rhein-Neckar Löwen beenden“, sagt der Mittelmann, der im Sommer 2010 vom dänischen Erstligisten Bjerringbro-Silkeborg zu den Löwen kam, zu seiner Entscheidung. Im Sommer 2022 wäre der Schweizer dann fast 39 Jahre alt – und Schmid ist intelligent genug, seine Zukunft genauso exakt zu planen wie den nächsten Spielzug auf dem Parkett.

Wohlfühl-Faktor ausschlaggebend

Mit Blick auf die Zeit nach seiner Karriere hatte Schmid oft angedeutet, dann in seine Heimat zurückgehen zu wollen, doch aktuell genießt der geniale Rechtshänder die Annehmlichkeiten in seiner zweiten Heimat Heidelberg. „Großen Anteil an meiner Entscheidung trägt meine Familie. Sie muss sich wohlfühlen, damit ich Topleistung bringen kann. Dies ist bei den Löwen alles gegeben, deshalb war es für mich keine Frage, dass ich meinen Vertrag hier noch einmal verlängere“, so der Schweizer, der sich relativ zügig mit seinem Arbeitgeber einigte.

Den Wohlfühl-Faktor für den Spielmacher betrachtet auch Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann als das große Pfund in den Gesprächen mit ihrem leitenden Angestellten auf dem Feld. „Wir haben hier eben eine ganz besondere Atmosphäre zu bieten, die den einen oder anderen finanziellen Nachteil gegenüber der Konkurrenz ausgleicht“, sagt Kettemann, die von „angenehmen Gesprächen“ und einer „schnellen Einigung“ sprach.

„Mit Andy als Spielmacher setzen wir in den kommenden Jahren auf der Rückraum Mitte auf bewährte Weltklasse. Gemeinsam haben wir noch viel vor“, betont Kettemann, deren Vertrag jüngst bis 2023 verlängert wurde.

Sportchef Oliver Roggisch begrüßte die langfristige Zusage Schmids ebenfalls. „Andy Schmid steht wie kein zweiter Spieler für die Entwicklung der Rhein-Neckar Löwen in den vergangenen Jahren. Er zählt nicht nur zu unseren absoluten Leistungsträgern, sondern auch zu den besten Angriffsspielern der Welt“, betont Roggisch. „Es ist sicher nicht selbstverständlich, dass ein solcher Spieler mindestens zwölf Jahre lang das Trikot eines Vereins trägt“, so der Ex-Profi weiter.

Damit haben die Löwen nach der Weichenstellung auf der Trainerbank Richtung Kristjan Andresson (ab 2019) eine zweite große Baustelle geschlossen. Nun gilt es noch, im rechten Rückraum eine zukunftsfähige Lösung neben Routinier Alexander Petersson zu finden.