Rhein-Neckar Löwen

Handball Mit dem Coronavirus infizierter Löwen-Spieler mahnt Rücksichtnahme an und versucht, das Beste aus der Quarantäne zu machen

Mensah Larsens emotionaler Appell

Archivartikel

Mannheim.In Zeiten der ernsten Krise, aber auch der Panikmache und Hysterie hat Mads Mensah Larsen seinen Humor nicht verloren. In der vergangenen Woche wurde der dänische Handball-Nationalspieler der Rhein-Neckar Löwen positiv auf das Coronavirus getestet, er befindet sich seitdem in häuslicher Quarantäne. Oder wie er sein Zuhause nennt: Villa Corona.

„An Risikogruppen denken“

Auf „Instagram“ hat der Weltmeister von 2019 nun ein Foto veröffentlicht. Es zeigt ihn lächelnd mit seiner Frau Line und Töchterchen Asta – und der 28-Jährige erzählt bemerkenswert offen seine Corona-Geschichte, die auch mit einem eindringlichen, ja sogar emotionalen Appell verbunden ist: „Ich will nicht groß darüber sprechen, aber es gibt das Virus – ob es uns gefällt oder nicht. Und ich denke, wir müssen alle auch an die Menschen denken, die zu einer Risikogruppe gehören.“

Am Freitag sei er krank geworden, berichtet Mensah Larsen, und noch bevor er das Testergebnis am Sonntag bekam, habe er sich wieder gesund gefühlt. „Es waren nicht die besten zwei Tage, aber sicherlich auch nicht die schlechtesten.“

Der Olympiasieger von 2016 hielt es zunächst für „ziemlich unwahrscheinlich“, dass er positiv auf das Virus getestet wird. „Ich war nicht an Orten mit größeren Menschenmengen, weder ich noch jemand aus dem Team hatte Kontakt mit Personen aus sogenannten roten Zonen.“ Unter normalen Umständen hätte er seine Symptome deshalb als „Grippe“ abgetan, schreibt der dänische Nationalspieler, der angesichts der aktuellen Ereignisse aber lieber den Löwen-Mannschaftsarzt informierte und froh darüber ist, so gehandelt zu haben.

Denn möglicherweise hätte er sonst Schlimmeres angerichtet, wie Mensah Larsen meint – und zeichnete eine durchaus mögliche Infektionskette nach: „Wahrscheinlich wäre ich dann mit meiner Tochter Asta in den Supermarkt gegangen, zu einer Zeit, in der neben mir dann vor allem ältere Leute unterwegs gewesen wären. Ich hätte wahrscheinlich einer älteren Dame zugestimmt, wie lächerlich es sei, dass es kein Toilettenpapier mehr gibt, weil einige Menschen Dummköpfe seien. Und aufgrund des Charmes von Asta hätte die ältere Dame wahrscheinlich ihre Wange berührt, die ich den ganzen Morgen geküsst habe.“

Freude über Zeit mit Familie

Doch dazu oder einem ähnlichen Szenario kam es nicht, was für Erleichterung beim 28-Jährigen sorgt, der nun alles versucht, das Beste aus der Quarantäne zu machen. Der Rückraumspieler, der normalerweise ständig mit dem Club oder der Nationalmannschaft auf Reisen ist, hat für sich und seine Familie schon etwas Positives entdeckt: „So viel Zeit für uns hatten wir nie zuvor.“ Er selbst hofft, „dass alle anderen, deren Alltag anders ist als sonst, ebenfalls ein paar Pluspunkte finden können“. Damit auch in diesen schwierigen Zeiten der Optimismus nicht verlorengeht.

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