Rhein-Neckar Löwen

Reaktionen Würdigungen von langjährigen Weggefährten

„Mit Nikolaj kam der Durchbruch“

Archivartikel

Mannheim.Die Rhein-Neckar Löwen sind sich einig: Nikolaj Jacobsen ist der Möglichmacher gewesen, ihm sind die großen Erfolge der vergangenen Jahre zu verdanken. Doch die langjährigen Weggefährten loben nicht nur seine Siegermentalität und seine taktische Finesse, sondern vor allem auch seinen herzlichen Umgang mit den Spielern.

Oliver Roggisch (Sportlicher Leiter der Löwen): „Nikolaj hat der Mannschaft eine unglaubliche Siegermentalität eingehaucht. Mit ihm kam der große Durchbruch der Löwen. Er hat sehr viel Energie in dieses Team gebracht. Nikolaj lebt das auch in jedem Spiel und in jedem Training vor. Dieser Sport ist sein Leben. Für die Löwen hat er Großes geleistet, das wird man in ein paar Jahren noch mehr zu schätzen wissen als momentan. Sein Einfluss auf diese Mannschaft und sein Anteil am Erfolg sind riesig.“

Hendrik Pekeler (von 2015 bis 2018 Kreisläufer bei den Löwen): „Der Nikolaj am Spielfeldrand und der private Nikolaj sind zwei unterschiedliche Menschen. Er ist unglaublich ehrgeizig und nur mit dem Perfekten zufrieden, weshalb Nikolaj auch schon einmal laut werden kann, wenn seine Vorstellungen nicht umgesetzt werden. Aber sobald das Spiel vorbei ist, legt er den Schalter um. Nikolaj kann den Sport vom Privaten trennen, das ist eine seiner positivsten Charaktereigenschaften. Nun macht er es sich ein bisschen einfacher und trainiert nur noch die dänische Nationalmannschaft (lacht). Aber das sei ihm nach all den stressigen Jahren gegönnt. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn er irgendwann noch einmal mein Trainer wird.“

Andy Schmid (Bild, Kapitän der Löwen): „Nikolaj kam in einer schwierigen Phase zu uns, wir hatten 2014 gerade die Meisterschaft knapp verspielt. Seitdem ist eine gewisse Lockerheit und Sicherheit in diese Mannschaft eingekehrt – und dafür hat er gesorgt. Man kann schon sagen, dass wir vor seiner Amtszeit in wichtigen Spielen häufig blockiert waren und dann verloren haben. Mit ihm änderte sich das, noch dazu sind wir spielerisch variabler geworden. Ich muss ehrlich sagen: Dafür, dass Nikolaj selbst früher nur auf der Linksaußenposition gespielt hat, hat er ganz schön viel Ahnung vom Angriffsspiel (lacht). Er hat wirklich unseren Horizont erweitert. Noch dazu ist ihm die menschliche Komponente unheimlich wichtig. Er kennt von allen Spielern die Frauen, Freundinnen und Kinder mit Namen, Nikolaj kann zu jedem Spieler ein paar private Sätze sagen. Das ist im Profisport nicht selbstverständlich.“

Patrick Groetzki (Rekordspieler der Löwen): „Nikolaj ist in der Halbzeitpause manchmal lauter und kritischer, als es sein müsste – aber das hat uns angetrieben. In privater Hinsicht ist er ganz einfach ein sehr herzlicher Mensch, bei dem seine Frau und seine Kinder über allem stehen. Genau diesen familiären Aspekt hat Nikolaj auch in den Verein gebracht. Außerdem kann er ganz gut feiern, wie wir bei unserer Mallorca-Meisterfeier 2017 gesehen haben. Für uns war es selbstverständlich, dass wir ihn mitnehmen, weil er ein Teil der Mannschaft ist. Für die Zukunft wünsche ich ihm einen niedrigeren Blutdruck und dass er als Nationaltrainer mit Dänemark viele Endspiele erreicht. Wenn es dann gegen Deutschland gehen sollte, ist die Silbermedaille aber ausreichend für ihn (lacht).“ Bild: rnl