Rhein-Neckar Löwen

Handball Löwen mit miesen Erinnerungen an Melsungen

Partykiller kommen

Archivartikel

Mannheim.Dieser 24. Mai 2018 gehört zweifelsohne zu den schlimmsten Tagen in der ansonsten von Erfolgen geprägten jüngeren Vergangenheit der Rhein-Neckar Löwen. Damals verloren sie nicht nur das Heimspiel gegen die MT Melsungen, sondern auch die schon sicher geglaubte deutsche Meisterschaft. Heute (19 Uhr) kommen die Nordhessen erneut in die SAP Arena, „doch wir werden keine Rachegefühle aufkommen lassen“, sagt Löwen-Kapitän Andy Schmid.

Die Badener betonen unisono, dass sie dieses tragische Erlebnis längst vergessen haben und die MT jetzt keineswegs ein Angstgegner sei. „Dass wir das Spiel im Mai verloren haben, lag ja weniger an Melsungen, sondern vielmehr an uns“, erinnert sich Trainer Nikolaj Jacobsen an unzählige Chancen, die seine Mannschaft nach zwischenzeitlicher 21:18-Führung (44.) vergab und deshalb 23:24 verlor.

Vor dreieinhalb Monaten hatte die MT nach insgesamt enttäuschender Saison in Mannheim nichts zu verlieren, jetzt sind die Vorzeichen allerdings etwas anders. Der im Sommer erneut mit viel Geld hochkarätig verstärkte Kader verlor zum Auftakt gleich das Heimspiel gegen den SC Magdeburg. Kurzum: Die Nordhessen stehen heute durchaus unter Druck, die Investitionen sollen sich schließlich auch auszahlen.

MT sogar Nummer zwei beim Etat?

Zwar geben die Melsunger als offiziellen Saisonetat fünf Millionen Euro an, Ligakenner bezweifeln diese Summe jedoch und halten es für möglich, dass die Nordhessen beim Budget sogar die Nummer zwei hinter dem THW Kiel (9,5 Millionen Euro) sind. „Die Melsunger haben ja fast mehr Rückraumleute in der Mannschaft als wir Spieler insgesamt. Sie sind zusammen mit Kiel der Maßstab in der Kader-Breite“, sagt Jacobsen, der mit seiner Mannschaft die ersten beiden Bundesligaspiele gewann und sich in diesen Begegnungen auf die neuformierte Deckung verlassen konnte. Doch der Däne will sich davon nicht blenden lassen, hießen die Gegner doch „nur“ Lemgo und Stuttgart: „Jetzt will ich mal sehen, wie wir das gegen eine starke Mannschaft lösen.“