Rhein-Neckar Löwen

Handball Löwen präsentieren sich beim 25:30 in Barcelona phasenweise desolat / Im Achtelfinale gegen Nantes und künftigen Mitspieler

Schnelles Wiedersehen mit Lagarde

Archivartikel

Barcelona.Es war zuletzt viel los in Barcelona. Die weltgrößte Handy- und Mobilfunkmesse zog Tausende Menschen an, auf der Rennstrecke Circuit de Catalunya testeten die Formel-1-Rennställe und am Samstagabend versammelten sich die Fans in den Bars, um eines der bedeutendsten Fußballspiele Europas, den Clásico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona, zu verfolgen. Dagegen fiel das, was zuvor im Palau Blaugrana, diesem ehrwürdigen Handball-Tempel mit seinem ganz besonderen Charme, stattfand, definitiv ein paar Nummern kleiner aus.

Im letzten Vorrundenspiel der Champions League zwischen dem FC Barcelona und den Rhein-Neckar Löwen ging es auch nicht mehr um allzu viel – zumindest für die Heimmannschaft, die den ersten Platz schon sicher hatte. Weniger erfreulich lief die Vorrunde hingegen für den in dieser Saison schwächelnden deutschen Pokalsieger, der dank des Sieges von Telekom Veszprém bei Vive Kielce mit einem Remis immerhin noch Rang vier und das damit verbundene Heimrecht im Achtelfinal-Rückspiel erreicht hätte. Und auch der nächste Gegner wäre als Gruppenvierter leichter gewesen, als es jetzt der Fall ist. Aber die Löwen verloren nach einer erschreckenden ersten Halbzeit mit 25:30 (12:20) in Barcelona und bekommen es nun im Achtelfinale mit dem Vorjahresfinalisten HBC Nantes zu tun. Gleichzeitig treffen sie auf ihren künftigen Mitspieler Romain Lagarde, der Ende 2018 noch in der SAP Arena die Ligapartie seines künftigen Clubs gegen GWD Minden verfolgte.

„Ich traue unserer Mannschaft zu, Nantes zu schlagen“, sagte der Sportliche Leiter Oliver Roggisch, der über die Niederlage in Barcelona „nicht sehr traurig“ war. Ohnehin wirkte es schon im Vorfeld so, als sei der Glaube an Rang vier nicht mehr ganz so ausgeprägt. Anders ließ sich schon der Vorschautext auf der vereinseigenen Internetseite nicht interpretieren: „So oder so heißt das Ziel der dezimierten Löwen: sich gut verkaufen, Selbstvertrauen stärken für das Saisonfinale.“

Das mit dem „gut verkaufen“ klappte dann noch halbwegs in der zweiten Halbzeit, aber ob durch diese Partie das Vorhaben gelang, das „Selbstvertrauen für das Saisonfinale“ zu stärken, sei dahingestellt. Ohnehin stellt sich nach zwei Dritteln einer bislang mäßig gelaufenen Saison ja die Frage, wie groß nach dem vermehrten Einzug der Langsamkeit ins Offensivspiel noch der Glaube an der Entdeckung der Leichtigkeit ist – und nur die Rückkehr zum gewohnten Spielfluss erhält ja zumindest die Option auf Erfolg. „Ich halte nicht viel von Hoffen und Glauben“, sagte Kapitän Andy Schmid und wiederholte das, was er schon seit Wochen betont: „Wir brauchen mehr Spieler auf einem guten Niveau, dann kommen Konstanz, Siege und Selbstvertrauen von ganz alleine.“

Klar ist: Gegen Nantes benötigt der Bundesligist fürs Weiterkommen zwei Topleistungen. Setzt sich der Pokalsieger durch, bekäme er es im Viertelfinale wieder mit Barcelona zu tun. „Wir haben schon im Hinterkopf, in dieser Saison noch einmal hierher zurückzukehren“, sagte Schmid. Damit es dazu kommt, müssen aber alle Löwen dringend ihre Form finden. Denn langsam läuft den Badenern die Zeit davon.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/loewen