Rhein-Neckar Löwen

Handball Löwen beenden die Saisonvorbereitung mit dem Erfolg beim Dolo Cup in Basel

Zum Abschluss ein Turniersieg

Basel.Den ersten Titel in der neuen Saison haben die Handballer der Rhein-Neckar Löwen schon gewonnen – wenn auch nur einen ganz kleinen. Am Wochenende triumphierten sie nach Siegen über Gastgeber RTV 1879 Basel (38:17) und die Kadettten Schaffhausen (31:19) beim Traumalux Dolo Cup und beendeten die Saisonvorbereitung mit einem weiteren Erfolgserlebnis.

Wie fällt das Fazit der Löwen nach vier Trainingswochen aus?

Positiv, denn es hat sich kein Spieler verletzt. Außerdem kompensierten die Löwen den Weggang von Hendrik Pekeler zum THW Kiel erstaunlich schnell – vor allem in der Defensive. Neuzugang Ilija Abutovic macht im Innenblock neben Gedeón Guardiola einen starken Job.

Was funktioniert schon gut beim Pokalsieger?

Die Abwehr hat gerade in der 6:0-Formation einen sehr ordentlichen Eindruck hinterlassen – allerdings testeten die Badener auch nicht gegen Kontrahenten auf Augenhöhe. Im Angriff hat Neuzugang Jannik Kohlbacher angedeutet, dass er am Kreis im Zusammenspiel mit Andy Schmid eine gefährliche Option sein kann. Das blinde Verständnis, wie es zuvor zwischen Schmid und Pekeler herrschte, fehlt erwartungsgemäß aber noch. Außerdem schlug sich Kohlbacher in der Abwehr auf der Halbposition sehr gut. „Er verliert kaum Zweikämpfe, ist körperlich stark. Er wird in der Deckung ein bisschen unterschätzt“, meint der Sportliche Leiter Oliver Roggisch.

Wo gibt es noch Steigerungspotenzial?

Die Abschlussquote war in den Tests nicht immer optimal. Außerdem fiel auf, dass im Angriff alle Neuzugänge noch nicht sämtliche Abläufe verinnerlicht haben. Das ist momentan aber nichts Überraschendes.

Was könnte zum Problem werden?

Durch den Weggang von Pekeler ist den Löwen ihre zweite Abwehrformnation abhandengekommen. Die 5:1 mit ihm auf der Spitze beherrschten die Badener perfekt. Denkbare Optionen sind in der Pekeler-Rolle Neuzugang Jesper Nielsen und Filip Taleski. Aber es wird dauern, das einzustudieren. Verteidigen die Löwen außerdem in der 6:0-Variante mit Guardiola und Abutovic im Innenblock, sind zwei Abwehr-Angriff-Wechsel notwendig. Das macht die Badener anfällig, wenn der Gegner schnell spielt.

Wie geht es Gedeón Guardiola nach seinem Sehnenriss?

„In der Abwehr kann er uns schon helfen. Er ist eine Säule dieser Mannschaft“, sagt Trainer Jacobsen. Was Guardiola jedoch Probleme bereitet, sind Pässe und Würfe: „Mir fehlt ein wenig die Kraft im rechten Arm.“

Welche neuen taktischen Varianten gibt es?

Naturgemäß probiert Jacobsen in den Tests nicht alles aus, was einstudiert wurde. Dass man Mads Mensah Larsen aber künftig häufiger auch im rechten Rückraum sehen wird, ist kein Geheimnis mehr.

Gibt es einen Gewinner der Vorbereitung?

Mensah Larsen überraschte in der vergangenen Saison und widerlegte all seine Kritiker. „Er hat einen großen Entwicklungssprung gemacht, wahrscheinlich sogar den größten von all unseren Spielern“, sagt Roggisch. Auch in dieser Saisonvorbereitung präsentiert sich der Rückraumspieler aus Dänemark schon wieder in starker Verfassung.

Wie steht es um Neuzugang Vladan Lipovina?

Nach schwerer Erkrankung kämpft er um den Anschluss. Konditionelle Defizite arbeitete er zu einem Großteil in der Sommerpause mit einem Privattrainer auf. Soll heißen: Der Montenegriner will sich durchbeißen. „Ende August werden wir ihn wohl noch nicht in Topverfassung sehen“, sagt Jacobsen.

Wie sieht die voraussichtliche Startformation aus?

Im Tor werden sich wieder die etwa gleichstarken Andreas Palicka und Mikael Appelgren abwechseln. Im Rückraum dürften nach aktuellem Stand Mensah Larsen, Schmid und Alexander Petersson starten, auf den Außenpositionen sind Gudjon Valur Sigurdsson und Patrick Groetzki gesetzt. Am Kreis hinterließ Kohlbacher bislang einen etwas besseren Eindruck als Jesper Nielsen. Auch im Innenblock hat der schwedische Neuzugang hinter Abutovic derzeit knapp das Nachsehen. Guardiola ist in der Abwehr sowieso gesetzt. Aber: Das Aufgebot bietet im Vergleich zu den Vorjahren in personeller und taktischer Hinsicht viel mehr Variationsmöglichkeiten. Mit Steffen Fäth und Nielsen machen gestandene Nationalspieler von der Bank aus Druck. Jacobsen: „Das ist der breiteste Kader, seit ich hier bei den Löwen bin.“