Rhein-Neckar Löwen

Handball Löwen sind glücklich über nächsten Test gegen Bietigheim / Antrag auf Unterstützung durch Bundesmittel

Zwischen Vorfreude und Corona-Hilfe

Archivartikel

Mannheim.Die Zeiten sind schwer genug, weshalb Martin Schwalb in diesen Tagen gerne das Positive in den Vordergrund rückt. Der Trainer der Rhein-Neckar Löwen ist „glücklich“, dass der Handball-Bundesligist „endlich wieder vor Zuschauern“ gespielt hat. Und er ist „froh“, dass es den BGV-Cup gibt. Nach dem 27:25-Sieg über den TVB Stuttgart trifft der zweifache deutsche Meister am Sonntag (15 Uhr) beim Vorbereitungsturnier der baden-württembergischen Erst- und Zweitligisten auf die SG BBM Bietigheim.

Während für Schwalb der Sport im Fokus steht, arbeitet Geschäftsführerin Jennifer Kettemann an der wirtschaftlichen Stabilisierung des Clubs. Seit wenigen Tagen steht die vom Bundestag bewilligte Corona-Hilfe für den Profisport in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro zum Abruf bereit. Mit dem Rettungspaket sollen vor allem die Verluste durch entgangene Zuschauererlöse ausgeglichen werden. Das Angebot richtet sich in erster Linie an die Topligen im Basketball, Handball, Eishockey und Volleyball.

„Wir werden selbstverständlich alle Möglichkeiten einer Unterstützung für unseren Club prüfen und wenn möglich nutzen“, sagt Kettemann im Gespräch mit dieser Redaktion. Was übersetzt heißt: Der Bundesligist wird einen entsprechenden Antrag stellen. Die Managerin sieht darin aber nur einen ersten Schritt: „Klar ist, dass die angesprochene Unterstützung nur eine kurzfristige Hilfe sein kann. Wir benötigen dringend eine Perspektive durch die Politik, was die Zulassung von Zuschauern angeht, um verlässlich planen zu können.“

Die vom Bundestag bewilligten Zuschüsse sind auf maximal 800 000 Euro pro Club begrenzt, weshalb die Verluste, die bei Geisterspielen oder Partien mit sehr wenigen Zuschauern entstehen, durch das Rettungspaket des Bundes kaum zu kompensieren sind. Kettemann sagte zuletzt, dass den Löwen bei einer Begegnung ohne Fans ein sechsstelliger Betrag fehle.

Zusatzspritze für Nordclubs?

In der abgebrochenen vergangenen Saison waren die Badener beim Zuschauerschnitt (8330) die Nummer zwei in der Bundesliga hinter dem THW Kiel (10 284)– und da standen für den deutschen Pokalsieger von 2018 die attraktiven Heimspiele gegen Magdeburg und Berlin mit jeweils über 10 000 Fans noch aus.

Für den THW und die SG Flensburg-Handewitt (im Schnitt 6011 Zuschauer) könnte es nun zusätzliche Hilfe geben. Laut des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ will der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) den zwei Spitzenvereinen helfen. Im Gespräch ist eine Millionen Euro. Pro Club wohlgemerkt. Seine Verbundenheit zu den Vereinen machte der CDU-Politiker zuletzt bei der Meisterehrung des THW Kiel deutlich, als er sagte: „Wir müssen auch von unserer Seite unterstützen in diesen schwierigen Zeiten, denn wir wollen, dass der Handball weiterhin eine so großartige Sportart bleibt und dass auch diese großartigen Vereine bleiben.“

Kettemann verfolgt die Entwicklung an der Ostsee mit Interesse. „In einer ,normalen’ Zeit würde man solche clubspezifischen Förderungen sicher als Wettbewerbsvorteil werten. Aktuell geht es aber um viel mehr. Es geht um unsere Sportart und darum, dass möglichst alle Clubs gut durch die Krise kommen“, sagt die Managerin und spricht von einem „tollen Zeichen“ der Landesregierung: „Es zeigt, welchen Stellenwert der Handball und welche Bedeutung die Clubs für das Bundesland Schleswig-Holstein haben. Wir würden uns sicher nicht gegen weitere Hilfen aus Baden-Württemberg wehren.“

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