Rhein-Neckar

Heddesheim Rund 60 Stände auf dem Weihnachtsmarkt / Kunsthandwerk, buntes Musikprogramm, Märchen

Mehr als Wurst und Glühwein

Mit bestem Weihnachtsmarkt-Wetter startete Heddesheim in die Adventszeit. Bei Sonnenschein und Temperaturen nahe der Frier-Zone fanden sich auch in diesem Jahr viele Heddesheimer, aber auch viele Besucher aus den Nachbargemeinden, auf dem Dorfplatz ein. Dieser hat sich in den vergangenen zehn Jahren als idealer Standort erwiesen.

„Wir haben in Ladenburg auch einen Weihnachtsmarkt. Aber den in Heddesheim zu besuchen, das ist ein Höhepunkt“ sagten Uschi und Jürgen – und prosteten sich mit einem Glühwein zu. Zwischen den Ständen tummelten sich unzählige Besucher. Viele Gäste empfanden es als erfrischend, dass der Markt nicht von Ständen dominiert wurde, die Speis‘ und Trank feilboten.

Jede Menge Kunsthandwerk

Zwar standen neben den „weltbesten Steaks“ des evangelischen Fördervereins auch Langos, Frikadellen, Würste, Flammkuchen, Crêpes und eine riesige Auswahl Kuchen der Landfrauen zum Verkauf, dazu auch Caipis und Feuerzangenbowle. Dennoch galt noch immer der Ausspruch von Bürgermeister Michael Kessler, dass das Fest „kein Bratwurst- und Glühwein-Markt“ sei. Stattdessen war der Markt ein solcher der Kreativen. Ob Gestricktes oder Gehäkeltes, Gebackenes oder selbst gezogene Kerzen: Das Angebot an Kunsthandwerk, Geschenken und weihnachtlich Dekorativem stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Vieles fand man rund um die Scheune, doch auch in den Häuschen auf dem Dorfplatz wurden Suchende fündig.

Susanne Kretschmer und Heidi Schellenberg aus Weinheim lobten: „Der schönste Markt in der Umgebung!“ Auch Harry Schmidt war zufrieden, zum einen mit dem Umsatz, zum anderen mit der Atmosphäre. Denn immer wieder biete sich die Gelegenheit, mit den Besuchern ein Schwätzchen zu halten.

Eine positive Bilanz zogen auch andere Verkäufer: Schon am Freitag sei der Besuch „super“ gewesen, am Samstag, auch dank des tollen Wetters, fast schon unschlagbar. Das fand auch die in der Museums-Szene bekannte Firma „formfalt Kunstprodukte“ , die hier ausstellte. Auf der Dorfplatz-Bühne unterhielten derweil neben anderen Holger Bläß & Friends mit Rock und Pop, der Gospelchor „Rainbow“ und der Heddesheimer Kinder- und Jugendchor „Jazzlight“ der Musikschule und Christopher Wüst und Stefan „Hering“ Cerin das Publikum.

Im „Stall“ wurden den Kindern Weihnachtsgeschichten vorgelesen, während Eva Martin-Schneider den Erwachsenen in einer musikalisch-literarischen Lesung Weihnachtliches aus aller Welt darbot. Immer wieder kam auch der Nikolaus, der die Großen und Kleinen mit Mandarinen erfreute.

Mit rotem Kittel und Rauschebart machte Santa vor allem bei den Kleinsten viel Eindruck, so dass von manchem sonst lautstarken Organ nur noch Piepstöne vernehmbar waren. Das nahmen die Großen erfreut zur Kenntnis. „Hoffentlich kommt nicht irgendjemand auf die Idee, jetzt auch noch den Nikolaus zu verbieten“, sagte ein Vater und kritisierte einen um sich greifenden Wahn, alles mögliche aus ethnisch-moralischen Gründen zu verbieten. Der Weihnachtsmarkt, mit inzwischen mehr als 60 Ständen doppelt so groß als zum Zeitpunkt des Umzugs auf den Dorfplatz, ist, da sind sich auch viele Auswärtige einig, schon etwas Besonderes in der Region.

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