Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Jugendliche und weitere freiwillige Helfer sammeln in den Gemeinden Christbäume ein – gegen Spende für sozialen Zweck

Mit ausgedientem Grünzeug Gutes tun

Archivartikel

Wann soll der Weihnachtsbaum weg und wohin? In früheren Zeiten blieb er bis Maria Lichtmess (2. Februar) stehen. Doch inzwischen hat sich das zweite Januar-Wochenende eingebürgert. Tradition ist längst auch die Antwort auf die zweite Frage: Abgeholt werden die Bäume meist von der Kirchenjugend oder Aktiven der Jugendfeuerwehr.

Ilvesheim: Die Inselgemeinde bildet eine Ausnahme. Mit Frauenpower, Manneskraft und ordentlich Pferdestärken unter den Hauben der drei Traktoren ist es hier der Männergesangverein Aurelia, der die Tannenbaumentsorgung organisiert. Gutgelaunt rückten rund 30 Helfer bestehend aus Mitgliedern der Happy Singers, der Theatergruppe und der Vorstandschaft in die einzelnen Wohngebiete aus. Schon gegen 11 Uhr waren rund 900 Bäume zu verzeichnen, die Besatzungen der Traktoren brauchten zum Einsammeln und Abliefern an den großen AVR-Containern am Hallenbad einige Stunden länger. Für die Helfer gab‘s am Ende eine wohlverdiente Mahlzeit im Sängerheim der Aurelia.

Edingen-Neckarhausen: In Edingen und Neckarhausen sammelten die Ministranten die Christbäume ein. Ab 8.30 Uhr wurden sie in den beiden Ortsteilen gegen eine Spende von zwei Euro vor dem Haus abgeholt. „Darf auch gerne mehr sein“, freuten sich die Oberministranten Jannik Gauert und Marvin Jakob über großzügige Spenden. Der Spendenerlös dient der Jugendarbeit der Ministranten. In Neckarhausen sorgten 18 Ministranten für den reibungslosen Ablauf. Zu tun gab es reichlich, denn es lagen mindestens so viele Christbäume zur Abholung bereit wie voriges Jahr. Mit zwei bereitgestellten Traktorgespannen von Bauer Georg Koch aus Edingen wurden bis zum späten Nachmittag etwa 700 Christbäume aufgeladen und zum Kompostierplatz der Gemeinde gefahren. Zur Verpflegung spendete die Bäckerei Hemberger Brötchen und süßes Backwerk. Die Verpflegung zur Mittagspause (Nudeln und Tomatensoße) und zum Abschluss dieses anstrengenden Tageswerks (Pizza) bot alles, was das Herz eines Jugendlichen erfreut.

Ladenburg: Ohne den Einsatz von insgesamt rund 50 Konfirmanden und Helfern der evangelischen Kirchengemeinde sowie vier örtlichen Landwirten hätten viele Ladenburger ein Problem: Wohin mit den ausrangierten Christbäumen, würde man sich andernfalls fragen. Doch zuverlässig wie immer waren die jungen Leute auch diesmal im Einsatz: Gegen Spenden zugunsten der Jugendarbeit sammelten sie Hunderte von piekenden Nadelbäumen ein. „Es ist spaßig“, findet Bastian (14). „Man tut was Gutes: Das ist die Erfahrung wert“, sagt Till (14). Auf einem Hof in Neubotzheim werden die Koniferen gehäckselt. „Das ist der beste Humus fürs Feld“, weiß Seniorchef Paul Wolf aus Erfahrung.

Heddesheim: Als das „Happy Birthday“ auf dem Nogent-le-Roi-Platz erklang, wussten nur wenige der Anwesenden, dass die Wünsche der Lehrvikarin Franziska Beetschen galten. Dirk Kollmar und Hertha Seitz hatten die neun Routen zum Einsammeln der Christbäume erstellt. Kleine Gruppen von Konfis und Teamern hatten nur eine Verschnaufpause, wenn die Treckerfahrer die Bäume zu der Sammelstelle brachten. Knapp 1500 Bäume wurden eingesammelt, danach gemeinsam die von Thomas Joachim kreierten und gebackenen Pizzen gegessen. Auch die Pfarrer Rafflewski und Stoellger waren wieder aktiv dabei.

Schriesheim: Wenn der Feuerwehrnachwuchs in Begleitung seiner Betreuer auf Traktoren mit Anhängern durch Schriesheims Straßen fährt, dann ist Weihnachten endgültig vorüber. „Ich finde diese Aktion einfach großartig“, bescheinigte eine Schriesheimerin, die noch schnell ihren ausgedienten und abgeschmückten Baum vor die Tür stellte – nicht ohne den Umschlag mit der Spende für die Jugendfeuerwehr. Gegen neun Uhr trafen sich 14 Jungfeuerwehrfrauen und Männer und 21 von der aktiven Wehr im Feuerwehrhaus, um die abzufahrenden Routen einzuteilen und die Jugend auf die vier Traktoren mit Anhängern aufzuteilen. Waren diese dann randvoll, ging es zum Festplatz, wo die großen Container, die von der AVR bereit gestellt wurden, gefüllt wurden. Zu den fleißigen Christbaumeinsammlern gehörten Leon (10 und Jaden (11), beide Kinder bzw. Enkel von Feuerwehrleuten.

Altenbach: Auch hier war der Feuerwehr-Nachwuchs auf Traktoren unterwegs. Ihre eingesammelten Bäume landeten auf einen großen Haufen auf dem Krückenberg, wo sie zur Faschingszeit – gut kontrolliert – zur öffentlichen Gaudi abgebrannt werden. moko/mic/pj/diko/greg

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