Rhein-Neckar

Heddesheim Gruppenwasserversorgung Obere Bergstraße tagt / Vorsitzender Kessler erinnert an aufwendige Erneuerung

„Mit einem blauem Auge davongekommen“

Archivartikel

Der Zweckverband Gruppenwasserversorgung Obere Bergstraße investiert im kommenden Jahr rund 400 000 Euro in ihre Anlagen. Das hat die Verbandsversammlung mit dem Wirtschaftsplan beschlossen. Dickster Brocken ist dabei der Neubau eines Übergabeschachtes im Bereich der Siedlung in Heddesheim. Hier wird das Trinkwasser ins Ortsnetz eingespeist. Rund 170 000 Euro kostet allein dieses Bauwerk.

Dem Zweckverband gehören die Gemeinden Heddesheim und Hirschberg an. Heddesheim hat im Jahr 2017 insgesamt fast 690 000 Kubikmeter Wasser bezogen, Hirschberg 580 000 Euro. Diese Wassermengen bilden auch die Grundlage für die Umlagen, die beide Kommunen an den Verband zahlen müssen. So erhält Heddesheim den Kubikmeter für 60,6 Cent, Hirschberg zahlt 61,4 Cent.

Im zu Ende gehenden Jahr hat den Verband vor allem die Erneuerung eines Schieberkreuzes und einer Förderleitung beschäftigt. Das Projekt wurde um rund 300 000 Euro teurer als zunächst vorgesehen. Ursprünglich sollte das Schieberkreuz zur Einspeisung nach Heddesheim und Hirschberg in der Nacht vom 25. auf den 26. September erneuert werden. Weil sich Absperrarmaturen nicht schließen ließen, musste der Verband kurzfristig nach Alternativen suchen. „Die Umsetzung der alternativen Maßnahmen duldete keinen Aufschub und musste schnellstmöglich und zwingend noch vor Beginn der Frostperiode erfolgen“, heißt es dazu in den schriftlichen Erläuterungen zur Verbandsversammlung.

Drei Nächte im Oktober waren schließlich notwendig, um alle Maßnahmen zu absolvieren. Die Arbeiten wurden laut Verband jeweils in die verbrauchsärmste Zeit zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens gelegt. Die Gemeinde Heddesheim und der Gewerbepark Hirschberg erhielten zudem eine 350 Meter lange Notleitung, um die Versorgung dort sicherzustellen.

Stundenweise Engpässe

Am Ende lief alles wie geplant. „Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Verbandsvorsteher Michael Kessler. Es habe lediglich stundenweise Engpässe im Hirschberger Ortsteil Leutershausen gegeben.

Während die Neckargruppe in jüngster Vergangenheit erhebliche Probleme mit der Chemikalie Triflouracetat (TFA) in ihrem Wasser hat, ist das für dan Versorger Obere Bergstraße kein Thema. Kessler berichtete von einer Beprobung im März, bei der ein Wert von 0,67 Milligramm pro Liter festgestellt worden sei. Kritisch wird es nach Ansicht von Fachleuten jedoch erst ab 10 Milligramm. Auch das Gesundheitsamt habe nach einer Begehung der Anlagen keine wesentlichen Beanstandungen gehabt, teilte Kessler mit. Hier seien nur Kleinigkeiten zu erledigen.