Rhein-Neckar

Ladenburg Tag der Feuerwehr bestens besucht

Nachwuchs löst seine Aufgaben souverän

Archivartikel

„Ojemine“, ruft eine Frau mit zwei Kindern an ihren Händen aus, als sie das Unfallszenario sieht. Zum Glück ist es nur eine lebensgroße Puppe, die unter dem Container liegt. Viele weitere Zuschauer verfolgen aufmerksam, wie gekonnt die Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Ladenburg die Aufgabe bewältigt. Als Einsatzleiter dirigiert Silas Wolf die simulierte Rettung durch den Einsatz von Hebekissen. Jugendwart Steffen Schuff moderiert die Hilfeleistungsübung beim Tag der Feuerwehr und zeigt sich danach „sehr zufrieden“ mit seiner 27-köpfigen Nachwuchstruppe.

„Wir treffen uns freitags um 18 Uhr in der Feuerwache“, lädt Schuff Mädchen und Jungen ab neun ein, bei Interesse vorbeizukommen. „Es sind ja so viele Kinder da“, stellt Besucherin Liesl Voermann erstaunt fest. Dem fünfjährigen Toni gefallen „alle Übungen“. Der Nachwuchsringer meint damit das gesamte Angebot der Jugendfeuerwehr. Mit ihren zehn Jahren ist Katharina Chourbaji bereits aktiv und zeigt jungen Besuchern, wie „Schlauchkegeln“ funktioniert. Ihre Kameraden Julian und Niklas Kahl sowie Androniki Gkosi haben Dienst an einem der weiteren Stände zugunsten der Jugendkasse. An einem gibt’s frischgebackene Waffeln. Wie immer der Hit: das Zielspritzen mit Strahlrohr. Insgesamt zeigen 69 Mitglieder, auch aus der Aktiven- sowie der Alters- und Ehrenmannschaft, großen Einsatz.

„Da würde sich mancher Verein die Hände reiben“, freut sich Reinhard Schneider als einer der älteren über den Zusammenhalt. Auch die Besucherzahlen stimmen: „Trotz der schlechten Wetterprognose sind wir sehr zufrieden“, sagt Kommandant Harald Lange. Wegen einer Warnung vor Unwetter, das zum Glück erst am späten Nachmittag eintrifft (und glimpflich verläuft), finden Bewirtung und Zubereitung ebenso drinnen statt wie der Auftritt der Stadtkapelle zur Eröffnung. Der „Florianstopf“, ein Linsengericht, das ein geübtes Brandschützer-Team jedes Jahr eigenhändig zubereitet, findet ebenso reißenden Absatz wie unter anderem selbst gebackener Kuchen.

Sperrvermerk im Etat

„Unser Essensteam hat gute Arbeit geleistet“, lobt Lange die Löffelschwinger. Draußen sorgen derweil fast alle Feuerwehrautos der örtlichen Wehr für glänzende Augen. Abseits der Parade in Rot steht nur einer der beiden Mannschaftstransportwagen. „Die Dieselpumpe ist kaputt“, erklärt Lange. Ein Ersatzteil für das 23 Jahre alte Fahrzeug sei nicht mehr lieferbar. Er hofft, dass 2019 ein neues kommt. Doch bestehe nach wie vor ein Sperrvermerk im städtischen Etat für diese Ausgabe in Höhe von rund 60 000 Euro.

Kommandant Lange betreibt Lobbyarbeit und wirbt bei Stadträten um Verständnis. In zwei bis drei Jahren sei laut Bedarfsplan auch ein neues Löschfahrzeug fällig. „Ich mache dafür noch Türen auf, auch beim zuständigen Ministerium“, sagt Lange, doch entscheiden würden letztlich Jüngere. Denn bei der Wahl des Kommandanten im Januar 2021 stehe er nach dann 25 Jahren allein in diesem Amt wie angekündigt nicht zur Verfügung. pj