Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Aus Edingen-Neckarhausen die meisten Stellungnahmen zum Vorentwurf

Nicht alle gegen Baugebiete

Archivartikel

Wo sollen Flächen für Baugebiete reserviert werden, wo Natur und Landwirtschaft auf jeden Fall erhalten bleiben? Das Thema bewegt die Bürger in den Gemeinden offensichtlich unterschiedlich stark. In Edingen-Neckarhausen ist die Sensibilität seit dem Bürgerentscheid zum Mittelgewann besonders hoch. Hier gingen die meisten Stellungnahmen zum Vorentwurf des Flächennutzungsplans ein. Ein Überblick:

Edingen-Neckarhausen: Aus der Gemeinde sind 77 Stellungnahmen eingegangen, davon wurden 15 bei der öffentlichen Bürgerinformation übergeben. Unterzeichnet haben insgesamt 254 Bürger. 45 Stellungnahmen beziehen sich auf die Sicherung von Flächen für Erholung, Natur und Landschaftsschutz. Ein Einwand beinhaltet eine Liste mit 141 Unterschriften gegen eine mögliche Bebauung im Kirchhofpfad. Die Bereitstellung von Flächen für den Wohnungsbau wird in 51 Zuschriften generell befürwortet, 28 davon wollen aber vorrangig kleine Baugebiete. Auf die Nutzung von Potenzialen im Bestand heben 18 Stellungnahmen ab. Speziell für das Mittelgewann wird in 28 Schreiben eine Bebauung befürwortet (fünf davon aber nur in einem Teilbereich). 25 Zuschriften sprechen sich gegen ein Baugebiet an dieser Stelle aus.

Heddesheim: Eine von zwei Stellungnahmen bezieht sich auf Mannheimer Gemarkung. Die zweite Zuschrift fordert den generellen Verzicht auf weitere Flächenversiegelungen. Zudem kritisiert der Absender – wie auch BUND und NABU in Edingen-Neckarhausen –, dass der Landschaftsplan mit den ökologischen Belangen nicht berücksichtigt werde bzw. dieser veraltet sei. Der Nachbarschaftsverband widerspricht. Inhalte des Landschaftsplans seien für die relevanten Flächen soweit notwendig aktualisiert worden und im Vorentwurf des Flächennutzungsplans aufgeführt.

Hirschberg: Von 15 Stellungnahmen wurden acht in Form eines zum Teil leicht variierten Musterbriefs übergeben. Darin wird eine weitere Reduktion der Bauflächen gefordert. Stattdessen solle die Innenentwicklung stärker genutzt werden. Hinnehmbar seien Baugebiete in der Ebene von Leutershausen. Die BI Sterzwinkel hat keine eigene Stellungnahme abgegeben.

Ilvesheim: Bei 28 von 34 Stellungnahmen von der „Insel“ handelt es sich ebenfalls um einen Musterbrief, den insgesamt 51 Personen unterschrieben haben. Sie sprechen sich gegen ein mögliches Baugebiet östlich des Mahrgrunds aus und wohnen alle in der Nähe dieser Fläche. Sie fürchten zum Beispiel Verkehr und den Verlust eines Naherholungsgebietes. Als Alternative wird eine Fläche westlich des Friedhofs oder entlang der Heddesheimer Straße vorgeschlagen.

Ladenburg: Vier der fünf Stellungnahmen richten sich gegen die gewerbliche Baufläche von knapp neun Hektar auf dem Areal „Aufeld 6.Gewann“ nördlich der Ilvesheimer Straße. Als Grund werden Natur- und Landschaftsschutz sowie das Verkehrsaufkommen genannt.

Friedrichsfeld: Die Bürgerinitiative Friedrichsfeld befürwortet den Vorentwurf zum Flächennutzungsplan ausdrücklich, da er keine Neubauflächen für den Stadtteil ausweist. Es ist die einzige von zwei inhaltlichen Stellungnahmen zu Mannheim.

Schriesheim: Vier von fünf Stellungnahmen befürworten eine Wohnbaufläche im Süden der Stadt, um die Lage am Wohnungsmarkt zu entspannen. Eine Person spricht sich dagegen aus. agö