Rhein-Neckar

Ladenburg Pferdesport-Ereignis zieht glänzende Halbzeit-Bilanz / Am Donnerstag folgt das Dressurreiten

„Niveau wie Bundesliga und sogar Champions League“

Archivartikel

Springreiter Andreas Brünz aus Salzstetten hat gestern die abschließende Dreistern-S-Prüfung mit Stechen beim Pferdesportverein (PSV) Heidelberg-Ladenburg gewonnen. Das hochkarätige Finale der Großen Tour mit vielen Spitzenreitern aus nah und fern, es bildete das erwartete Glanzlicht, das an Niveau und Spannung kaum zu übertreffen war.

Zuvor fielen auch die Entscheidungen in der U25-Tour sowie in der Jungpferde-Tour. So erlebte das Publikum nicht nur die erfahrenen Springreit-Asse von heute, sondern auch die besten Talente mit zwei und mit vier Beinen.

„Das erste Turnier in dieser Größenordnung war gut organisiert, und die Anlage ist wunderbar“, zieht PSV-Ehrenmitglied Siegfried Uhr, der 1952 dem früheren Reitverein beitrat, Bilanz. Doch nach dem Turnier ist vor dem Turnier: Schon ab kommenden Donnerstag treffen sich bis Sonntag die besten Dressurreiter Deutschlands in Ladenburg.

„An zwei Wochenenden insgesamt 14 S-Prüfungen, das ist 14 Mal Bundesliga und mit einem Drei-Sterne-Springen sogar einmal Champions League.“ Diesen Vergleich benutzt Wertungsrichter Roland Wirsching (Horrenberg) als Beauftragter der Landeskommission, um das Niveau zu verdeutlichen.

Vom Stellenwert her kommt laut dem Experten Ladenburg „gleich nach Mannheim und den großen Turnieren in Donaueschingen, Stuttgart und Offenburg“, wie Wirsching sagt. Mit Ralf Hollenbach hat PSV-Chef Stephan Bingel als Parcoursbauer „eine der Top-Adressen in Süddeutschland“ an der Hand.

„Das A und O für die Spitzenreiter, das sind die Plätze“, erklärt Wirsching. Was Ladenburg seit der Renovierung nach der Fusion vor drei Jahren aufweise, zähle „zum Allerfeinsten“: Der Hauptplatz sei ebenso fest wie elastisch und überall gleich beschaffen.

Optimale Platzqualität

Diesen Voraussetzungen – und dem mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreis des Sponsoren Viebrockhaus – sei das hochklassige Teilnehmerfeld zu verdanken. Darunter: der bulgarische Olympiareiter Rossen Raytchev, die früheren Badenia-Turniersieger Armin Schäfer Junior (RV Mannheim) und Andreas Brünz (RSC Salzstetten im Schwarzwald) sowie Ralf Runge (Montabaur).

Aus der Region dabei sind: Landesmeisterin Tina Deuerer und Günter Treiber (beide Eppelheim) sowie der hessische Nationenpreisreiter Bernd Herbert (Viernheim). Unter den U25-Reitern sind Mary-Ann Fuchs (RV Mannheim) sowie Selina und Theresa Volckmann (RG Neckarau) aus der Region hervorzuheben. Mit erst 15 Jahren war Lilli Collee (Ebersbach), die WM-Dritte der U14-Klasse „Children“, die jüngste Starterin.

„Die Jungen können sich bei der U25-Tour beweisen, ohne mit den Erfahrenen konkurrieren zu müssen“, erklärt Wirsching. „Aus unserer Sicht lief alles sehr gut“, sagt PSV-Turnierleiter Peter Werdan. „Es gab viel Lob“, fügte Werner Baureis als einer der beiden Vizechefs neben Andreas Huben hinzu. Zwar seien die Meinungen über die Gestaltung der jeweiligen Parcours bisweilen auseinander gegangen. Doch dies sei normal. „Die Ergebnisliste lügt nicht“, sagt Werdan.

Richter Wirsching zitiert eine alte Reiterweisheit: „Morgens grüßen Dich noch alle, doch abends nur noch einer – der Sieger.“