Rhein-Neckar

Hirschberg Technischer Ausschuss bewilligt neues Gebäude in der Straße Im Sterzwinkel / Anlage an Total-Tankstelle abgelehnt

Parkplätze per Lift erreichbar

Archivartikel

Direkt an der Ecke von B 3 und Autobahnzubringer in Großsachsen wird ein Geschäftshaus errichtet. Elf Wohneinheiten mit einer Nutzfläche von jeweils zwischen 40 und 70 Quadratmetern sollen entstehen. Für das Vorhaben in der Straße Im Sterzwinkel 5 gibt es 23 Stellplätze, davon sind 16 in einer Tiefgarage als „Doppelparker“ angeordnet und durch einen Autolift erreichbar. Der entsprechende Bauantrag passierte einstimmig den Ausschuss für Technik und Umwelt. Bürgermeister Ralf Gänshirt fand besonders den Autolift sehr spannend, weil es so etwas im Ort noch nicht gebe.

Eine Gewerbeeinheit belegt

Gemeinderat Jürgen Steinle (Grüne Liste Hirschberg) erwartete eine Dachbegrünung. CDU-Fraktionssprecher Christian Würz sprach – wie Steinle – von einer ortsbildprägenden Ecke. Allerdings gab es auch Kritik: Die Stellplätze vorne an der Landesstraße 5435 seien kaum erreichbar. Außerdem sei von den elf Gewerbeeinheiten bisher nur eine mit einem Friseurladen belegt. „Bitte machen Sie deutlich, dass dort keine Wohnbebauung erlaubt ist“, forderte er die Verwaltung auf. „Der Antragsteller plant dieses Gebäude schon lange. Der weiß, dass dort eine Wohnbebauung nicht zulässig ist“, entgegnete Bauamtsleiter Rolf Pflästerer. Gemeinderat Bernd Kopp von den Freien Wählern teilte die Bedenken wegen der Stellplätze im Süden nicht. „Ich finde, die Architektur kann ein neues Eingangssignet werden. Die Bedenken wegen der Wohnungen kann ich nachvollziehen, aber der Antrag muss ja nicht gleich alles mitteilen.“ Auch das beratende Mitglied der SPD, Ulrich Schulz, sagte, dass man über die Form streiten könne. FDP-Fraktionssprecher Oliver Reisig fand es ohnehin besser, wenn eine freie Fläche „gefüllt wird“.

Gasfüllanlage abgelehnt: Bauchweh hatte der Technische Ausschuss hingegen beim Antrag auf eine Gasfüllanlage für die Betankung von Lkws an der Total-Tankstelle in der Goldbeckstraße 1 im Gewerbegebiet. Verwaltungschef Gänshirt und Bauamtsleiter Pflästerer wiesen auf die wesentlichen Knackpunkte hin. Zum einen ist der geplante Tank 20 Meter hoch und weicht damit vom bestehenden Bebauungskonzept ab. Zum anderen ist der Tank aufgrund seiner Form ähnlich wie der Turm innerhalb des Kreisels dazu geeignet, als Werbeanlage genutzt zu werden. Dies wolle man aber nicht. Der Antrag wurde abgelehnt.

Nachbarn einigen sich: Große Freude herrschte bei allen Beteiligten beim Bauantrag für den Neubau einer Doppelhaushälfte mit zwei Wohnungen und Garage auf dem Grundstück Brambusch 29. Hintergrund: Wegen eines Planungsmangels musste der Plan überarbeitet werden. Die aktuelle Planung war laut Gänshirt mit den Nachbarn und der Verwaltung abgesprochen. Das sei beispielhaft und das Verfahren finde jetzt ein versöhnliches Ende. „Es geht doch“, so Gemeinderat Treiber (Grüne Liste Hirschberg).

Vorgehen gegen Schottergärten:

Im Zuge der neuen Regeln für Schottergärten regte Gemeinderat Jörg Mayer (Freie Wähler) an, ähnlich wie in Weinheim zu verfahren. Dort gibt es die sogenannte „Weinheimer Kiste“. Die darin enthaltenen Pflanzen sollen dort eingepflanzt werden, wo es bisher nur Schottergärten gab und so zur Artenvielfalt beitragen. Für Mayer ist es denkbar, im Bereich Sterzwinkel so vorzugehen. Rathauschef Gänshirt appellierte zwar an das Umdenken, allerdings wolle er nicht ein einzelnes Baugebiet herauspicken. „Auf alle Leute zuzugehen und sie darauf aufmerksam zu machen, ist für uns personell nicht möglich.“ Dass bei diesem Punkt etwas geschehe, ergänzte Bauamtsleiter Pflästerer. Derzeit nehme eine Auszubildende die Schottergärten auf. Mit Leutershausen sei sie fast fertig, Großsachsen folge. Mit der Bestandsaufnahme werde man im Frühjahr fertig sein. Zum „grünen Daumen“ der Gemeinde passte das Lob von Gemeinderat Steinle, der sich über die Bepflanzung am Landwehrhagener Platz freute.

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