Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Abgeordnete im Dialog mit Bauern der Region

Philippi will für Landwirte nachbessern

Das Volksbegehren mit dem Titel „Rettet die Bienen“ ruft die Landwirte auf die Barrikaden. Aber auch ein von den Regierungsfraktionen Grüne und CDU in Stuttgart verfasstes Eckpunktepapier als Antwort darauf stößt nicht auf ungeteilte Zustimmung, wie die Landtagsabgeordnete Julia Philippi (CDU) in dieser Woche bei Gesprächen erfuhr.

Der Besuch mehrerer bäuerlicher Betriebe sei bereits im Sommer geplant gewesen, sagt sie im Gespräch mit dem „MM“. Die wenigsten Landwirte seien mit dem neuen Eckpunktepapier zufrieden, hat sie als Botschaft aus dem Dialog mitgenommen. Sie hätten das Gefühl, dass der Gegenentwurf zum Volksbegehren auf die Schnelle erarbeitet worden sei, um die Umweltschützer zufriedenzustellen. Deshalb will die Abgeordnete jetzt Nachbesserungen erreichen. „Viele Betriebe sind in jüngere Hände gekommen“, spricht sie von einem Generationswechsel. Doch die neuen Inhaber scheuten sich vor Investitionen, weil ihre Zukunft ungewiss sei.

„Das Volksbegehren hat nicht viel mit Artenschutz zu tun“, findet Johannes Jäck von Obsthof Jäck in Schriesheim. Dass es Probleme mit Umwelt und Natur gibt, stellt er nicht in Frage, dass die Bauern an allem schuld seien, allerdings schon. Täglich würden in Baden-Württemberg fünf Hektar Land versiegelt, klagt er.

„Die Landwirte brauchen die Bienen zuallererst“, macht Karl-Jürgen Bitzel aus Großsachsen deutlich. Bei dem Gespräch mit Philippi sei man sehr ins Detail gegangen. So habe er die Frage aufgeworfen, was die Alternative im Pflanzenschutz sei, wenn man völlig auf Glyphosat verzichten müsse.

Holger Koch aus Edingen sieht auch die Verbraucher in der Verantwortung: „Der Kunde kauft, was schön aussieht und billig ist.“ Falls das Volksbegehren Erfolg hätte, wäre das nach seiner Überzeugung der Tod der Landwirtschaft. „Wir gehen sorgsam mit Pflanzenschutzmitteln um“, versichert Koch. Aber im Wort Landwirtschaft stecke nun einmal auch das Wort Wirtschaft: „Wir müssen unsere Produkte verkaufen, um zu überleben.“

Dass sich die Abgeordnete Zeit für den Dialog mit den Landwirten genommen hat, kommt bei ihnen durchweg gut an. „Es ist ein sehr schöner Zug von ihr, dass sie sich unsere Sorgen anhört“, betont Koch. „Wir hoffen, dass sie uns helfen kann“, sagt Johannes Jäck.

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