Rhein-Neckar

Prozess wegen Sexbetrugs: Drei Jahre und zehn Monate Haft für 29-Jährigen

Im Prozess gegen einen Sexbetrüger hat das Amtsgericht Frankenthal den angeklagten 29-Jährigen zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Die Anklage warf dem Mann im Zeitraum von Oktober 2015 bis Mai 2017 13 Fälle des Betrugs, davon sieben gewerbsmäßig, sieben Fälle des gewerbsmäßigen Computerbetrugs sowie eine versuchte räuberische Erpressung vor. Unter anderem soll der Mann aus Neuleiningen einer Frau für eine Nacht mit Geschlechtsverkehr 95.000 Euro angeboten haben. Nachdem er die Zahlung vorgetäuscht hatte, kam es zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Das Geld habe der Angeklagte tatsächlich nie bezahlt. Die Kammer sah die Vorwürfe als erwiesen an.

Vielmehr habe der 29-Jährige der Frau im Nachgang vorgegaukelt, das Finanzamt mache auf die Überweisung eine Steuerschuld in Höhe von 1500 Euro geltend, von der die Frau die Hälfte zu zahlen hätte. Das Geld sollte sie auf sein Konto überweisen.

Die gleiche Masche habe er noch mit einem weiteren Opfer wiederholt, das tatsächlich Geld überwies. Die Geschichte habe er weiter gesponnen mit einer fiktiven Person, die ihn bedrohe. Er habe die Hells Angels eingeschaltet, damit sie das Problem lösen. Für diese Dienste forderte er von der Frau weitere Überweisungen. Daneben habe er auch einer dritten Frau eine Zahlung von 15.000 Euro für Sex versprochen, die er niemals zahlte.

Der Angeklagte hatte einen Teil der Vorwürfe eingeräumt. Sein Verteidiger Daniel Heinlein hatte eine Haftstrafe von zwei Jahren gefordert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Der 29-Jährige ist mehrfach einschlägig vorbestraft. (jei)