Rhein-Neckar

Schriesheim Immer früher ist die Stadt auf Unterstützung angewiesen / Zugemischtes Wasser ist kalkhaltiger

„Quellen nicht mehr so ergiebig“

Dass Wasser knapp werden kann, haben die vergangenen Hitzesommer gezeigt. Die Stadt Schriesheim hat in einem Facebook-Post am gestrigen Montag öffentlich gemacht, dass es erneut zu wenig Wasser in den örtlichen Quellen gebe. Deshalb haben die Verantwortlichen beschlossen, ab dem 22. Mai Trinkwasser aus dem Wassergewinnungsverband Lobdengau vorübergehend in die betroffenen Ortsteile zu pumpen.

In den sogenannten Hochzonen, die im Winter Quellwasser aus zwei Schriesheimer Quellen beziehen, reicht das Vorkommen schon seit rund zehn Jahren im Sommer nicht mehr zur Versorgung der betroffenen Haushalte aus. Das sind die am Berg gelegenen Gebiete östlich der Panoramastraße, in der Strahlenberger Straße, dem Griethweg und und dem Burgweg. Bis vor zwei Jahren stellten die Quellen die Versorgung bis zum Juli oder August sicher. „Es ist normal, dass die Quellen nach langer Trockenheit nicht mehr so ergiebig sind“, so Claudia Hams, Geschäftsführerin der Wasserversorgungs- und Entsorgungsgesellschaft Schriesheim. Dies sei insbesondere nach trockenen Wintern der Fall. Seit zwei Jahren reiche das Quellwasser deshalb schon im Mai nicht mehr aus.

Dass das Trinkwasser aus dem Lobdengauverband nun die Versorgung sicherstellt, hat zur Folge, dass sich die Bewohner der Hochzonen auf kalkhaltigeres Wasser einstellen müssen. Das Trinkwasser aus den vier Brunnen, die am Hinteren Rindweg Richtung Schriesheim liegen, erfüllt zwar die Trinkwasserverordnung, fällt aber mit einer Wasserhärte von 22 deutscher Härte (dH) in die Kategorie hart. Da es sich mit dem übrigen Quellwasser mischt, müssen die Bewohner ihre Wasch- und Spülmitteldosierung dem Härtebereich „mittel“ anpassen. „Viele Anwohner sind nicht glücklich darüber, da das Quellwasser sehr beliebt ist“ so Claudia Hams. Für sie ist Härte allerdings ein „Komfortparameter“. Da gehe es mehr um den persönlichen Geschmack als um die Qualität des Wassers. Vor rund fünf Jahren gab es bereits den Versuch, neue Quellen zu erschließen, um ganzjährig die Versorgung der Hochzonen mit weichem Wasser sicherzustellen. Die Planungen scheiterten allerdings aus Naturschutzgründen. Das Stadtgebiet Schriesheim wird ganzjährig vom Wassergewinnungsverband Lobdengau versorgt. Auf die zusätzliche Versorgung der Hochzonen sei man eingestellt, so die Referentin des Ladenburger Bürgermeisters Nicole Hoffman. „Das war bereits in den vergangenen Jahren gängige Praxis.“ Die Ortsteile Altenbach und Ursenbach werden vom Zweckverband zur Wasserversorgung der Eichelberg Gruppe mitversorgt.

Vier Hochbehälter

In den Hochzonen verfügt die Stadt Schriesheim über vier Hochbehälter, in denen 2130 Kubikmeter Trinkwasser lagern. „Das kann man sich wie ein Hallenbad vorstellen“, so Stadtkämmerer Volker Arras. Dort wird auch das Wasser aus dem Lobdengauverband hochgepumpt. Für das Quellwasser verfügt die Stadt über eine Wasseraufbereitungsanlage, die überschüssiges Mangan und Aluminium aus dem Quellwasser herausfiltert. Eine UV-Desinfektionsanlage vernichtet die Bakterien im Wasser. Außerdem gibt es noch eine Chloranlage, die allerdings noch nie eingesetzt wurde. Insgesamt spricht Arras von einer „hervorragenden Versorgungslage“ und sieht keine Engpässe.

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