Rhein-Neckar

Schriesheim Rund 30 Bürger bei Sammelaktion der Grünen

Raketenreste, Flaschen – und ein Flachbildschirm

Archivartikel

Die Schriesheimer haben mit einem imposanten und eindrucksvollem Feuerwerk das neue Jahr 2020 begrüßt. Das konnte man dann auch eindeutig am nächsten Morgen beim Neujahrsspaziergang in den Weinbergen und rund um die Innenstadt sehen: Straßen und Wege um die Strahlenburg herum waren mit abgebrannten Feuerwerkskörpern übersät.

Diese Hinterlassenschaften hatten Jan Wölfer von der Grünen Liste schon vor einem Jahr in Rage gebracht, als er mit seiner Familie einen Spaziergang durch die Weinberge machte. „Wir sind da regelrecht über den Müll gestolpert.“ Selbst Tage später sei der Müll nicht weggeräumt gewesen, Regen habe die Pappe aufgeweicht und diese sei in den Boden eingedrungen. Er habe nichts gegen ein Feuerwerk zu Silvester, aber man solle danach auch „bitteschön“ abgebrannte Raketen und leere Flaschen aufsammeln und mitnehmen.

Vor Silvester riefen die Grünen daher Bürger dazu auf, sich an einer Aufräumaktion zu beteiligen. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen“, so Organisator Wölfer. Dem Aufruf folgten um die 30 Bürger und trafen sich mit Mülltüten am frühen Neujahrstag vor dem Alten Rathaus. In drei Gruppen machte sich der „Reinigungstrupp“ an die Arbeit. Eine Gruppe bahnte sich den Weg zur Strahlenburg, um in den Weinbergen Reste der Silvesternacht aufzulesen. Eine weitere Gruppe machte sich zum Laubelt auf, die dritte sammelte im Dossenheimer Weg.

Die Ausbeute konnte sich nach knapp zwei Stunden sehen lassen: Am Treffpunkt vor dem neuen Rathaus stapelten sich die blauen Müllsäcke, prall gefüllt mit Raketen und Böllern, aber auch mit leeren Flaschen. Selbst ein Flachbildschirm wurde „geborgen“. Nicht ganz üblich bei einem Silvesterfeuerwerk ist das Verballern von Platzpatronen, die im Laubelt gefunden wurden und die zum Beweis von Vizebürgermeisterin Fadime Tuncer fotografiert wurden.

Ärger über Hinterlassenschaften

Gudrun Benzler hatte vom Aufruf in der Zeitung gelesen und war sofort bereit, an der Aktion teilzunehmen. „Ich bin eine Vielspaziergängerin“, erklärte sie. Wenn sie am Morgen des ersten Januar durch die Weinberge streife, ärgere sie sich regelmäßig über den Müll. Sie habe nichts gegen fröhliches Feiern und auch nichts gegen das Abbrennen von Feuerwerkskörpern, doch dann solle man auch die Reste wieder mitnehmen. Nach einer kleinen Verschnaufpause auf den Stufen vor dem Rathaus packten die Helfer die Säcke und trugen sie zur Hinterseite des Gebäudes, wo sie am nächsten Morgen von Bauhof-Mitarbeitern abgeholt werden. greg

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