Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Umfrage bei Schulleiterinnen in der Region zum häuslichen Lernen

Rektorin Petra Carse: Arbeit geht nicht aus

Alle Schulhäuser stehen seit mehr als einer Woche weitgehend leer. Wegen der Corona-Virusgefahr muss vorerst bis Ende der Osterferien am 17. April zuhause gelernt werden. Einzige Ausnahme: die Notbetreuung für Kinder bis Klassenstufe sechs. Was läuft derzeit noch an Schulen? Wir haben bei verschiedenen Schularten in der Region auch nachgefragt, ob das häusliche Lernen aus Sicht der Schulleitungen funktioniert.

Schriesheim: „Es klappt alles erstaunlich gut dafür, wie überraschend das kam“, findet Rektorin Petra Carse (Kurpfalz-Realschule). „Die Kinder zuhause bekommen ihre Aufgaben über virtuelle Ordner von der Schulhomepage und teilweise sogar im virtuellen Klassenzimmer.“ Dies werde ermöglicht durch ein „hervorragendes Netzwerk“ aus computeraffinen Kollegen und sachkundigem Elternbeirat. Vorsitzende Christiane Haase mache einen „top Job“. Dafür gebe es „viele schöne Rückmeldungen“ von Eltern. Carse versichert aber: „Die Arbeit geht uns nicht aus.“

Edingen-Neckarhausen: „Wir haben zum Teil nicht unbedingt Einsicht, was zuhause passiert“, sagt Rektorin Renate Wacker (Pestalozzi-Grundschule). Auf jeden Fall halte das Kollegium Kontakt zu den Kindern per Telefon, E-Mail oder Sprachanrufe im Internet. Die Schüler hätten Aufgabenpakete in den Hauptfächern Deutsch und Mathematik bekommen. „Das ist erstmal viel, aber unser Ansinnen ist es, die Kinder im häuslichen Bereich auf dem erreichten Stand zu halten“, führt Wacker aus. Man wolle auf diesem Weg keinen neuen Stoff vermitteln. „Das ist den Eltern nicht zumutbar“, sagt Wacker. Vormittags leistetet Kollegen die Notbetreuung im Schulhaus, nachmittags Gemeindepersonal.

Heddesheim: An der Karl-Drais-Gemeinschaftsschule gibt’s zurzeit Wochenaufgaben in allen Fächern per E-Mail. Über eine Lernplattform im Internet („Moodle“) stellen die Lehrer außerdem Inhalte wie zum Beispiel Videos bereit, die manche Pädagogen selbst erstellen, um Lernen zuhause zu ermöglichen.

„Unser Kollegium steht in Kontakt mit den Kindern“, sagt Rektorin Christine Senger. Ihr Eindruck sei, dass es ganz gut klappe. „Das steht und fällt damit, wie es die Familie jeweils unterstützt oder unterstützen kann“, so Senger.

Sie betont: „Das Kollegium ist sehr engagiert und hat vor der Schulschließung Nachtschichten eingelegt, um alles vorzubereiten und Eltern Halt zu geben.“ Zur Idee von Heddesheims Bürgermeister Michael Kessler, Lehrer nun als Erntehelfer einzusetzen, sagt Senger: „Dazu muss ich nicht Stellung nehmen.“

Ilvesheim: „Mein Kollegium steht in regem Austausch untereinander und per E-Mail in Kontakt mit den Eltern“, sagt Rektorin Monika Maier (Friedrich-Ebert-Grundschule). Es gehe darum, sich abzustimmen und um digitale Möglichkeiten auszuloten. „Zum Teil bilden sich die Kollegen selbst fort, indem sie sich fit machen im Erstellen von Erklärvideos und im Umgang mit digitalen Medien, um es den Kindern anbieten und die gemachten Erfahrungen auch in Zukunft nutzen zu können“, erklärt Maier. „Allerdings werden digitale Plattformen stark genutzt, und es kommt deshalb zu Problemen“, berichtet sie.

Die Situation in den Familien sei ganz unterschiedlich: „Die einen wünschen sich mehr Lernmaterial, aber es gibt auch Rückmeldungen, die sinngemäß lauten: Wir kommen nicht hinterher“, fasst Maier zusammen, wie Schüler und Eltern klarkommen . (Bilder: dle/pj/fer/Schule)

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