Rhein-Neckar

Rhein-Neckar: Kinder wegen Masernverdachts vom Kindergarten ausgeschlossen

Rhein-Neckar.Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises hat 18 Kinder wegen Masernverdachts vom Kindergarten ausgeschlossen. Wie das Amt mitteilte, werden landesweit aktuell wieder mehr Masernerkankungen verzeichnet. Die Behörde befürchtet auch einen Anstieg von Masernneuerkrankungen im Landkreis.

„Leider mussten wir aktuell wieder Kinder vom Besuch eines Kindergartens ausschließen, da bei Verdacht auf Kontakt mit einem Masernerkrankten kein ausreichender Impfschutz vorlag“, erklärt Amtsleiter Dr. Rainer Schwertz. Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte, sind zwei Kindergärten davon betroffen, in denen acht beziehungsweise zehn Kinder 14 Tage vom Besuch ausgeschlossen wurden. Das Landratsamt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die ausgeschlossenen Kinder nicht zwangsläufig nicht geimpft waren. Auch ein fehlender Impfpass kann Ursache für einen Ausschluss sein.

Die Inkubationszeit von Masern beträgt etwa 14 Tage. Bereits drei bis vier Tage vor Ausbruch der Krankheit beginnen die Betroffenen den Erreger über die Schleimhäute und die Atmung auszuscheiden. Aufgrund dessen werden Schülerinnen und Schüler sowie Kindergartenkinder ohne Impfschutz nach Kontakt mit einem Masernerkrankten in der Regel für 14 Tage vom Kindergarten- bzw. Schulbesuch ausgeschlossen.  „Für die Eltern bedeutet dies einen hohen Betreuungsaufwand und einen Ausfall am Arbeitsplatz. Diese Folgen hätten durch einen adäquaten Impfschutz vermieden werden können.“

Für das Jahr 2019 wurden in Baden-Württemberg bereits 30 Fälle übermittelt, davon allein 13 Fälle Anfang März, meldete jüngst das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart. Amtsleiter Dr. Schwertz empfiehlt deshalb, den Impfschutz insbesondere bei Kindern zu überprüfen.

Die Masern gelten als eine der ansteckendsten Erkrankungen des Menschen überhaupt und sind trotz Verfügbarkeit effektiver und sicherer Impfstoffe immer noch ein wesentlicher Grund für eine erhöhte Kindersterblichkeit in vielen Regionen der Welt. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verstarben im Jahr 2017 rund 110.000 Kinder weltweit an den Masern. Alle Regionen der WHO haben sich zum Ziel gesetzt, die Masern zu eliminieren. Für eine Unterbrechung von Infektionsketten und damit die Elimination der Masern muss in der Bevölkerung eine Immunität bei mindestens 95 Prozent in allen Altersgruppen vorliegen.

"Grundsätzlich bietet eine gute Durchimpfung der Bevölkerung den besten Schutz vor der Ausbreitung einer eingetragenen Masern-Infektion,“ so der Amtsleiter.