Rhein-Neckar

Hirschberg Leutershausener bereist erneut Nepal / Besuch in Kathmandu und Shanku sowie im Dorf Bung

Richard May gibt Kindern eine Zukunft

Die Menschen in Nepal lassen Richard May nie mehr los: „Als Kinder- und Bergfreund habe ich Nepals großartige Natur und Kultur sowie die herzlichen Bewohner kennen- und lieben gelernt.“ Seit Jahren reist er daher in den Himalayastaat, um bedürftigen Frauen und Kindern zu helfen. Zum einen unterstützt er ein Kinderhaus in der Hauptstadt Kathmandu, zum anderen die von ihm gegründete Schule sowie das Hospital im Bergdorf Bung in der Solu-Khumbu-Region.

Von April bis Juni hielt sich der Leutershausener erneut in Nepal auf, um sich ein Bild vom Fortschritt bei seinen Hilfsprojekten zu verschaffen und seine Spenden zu überreichen. Denn May organisierte auch 2018 und 2019 in der Region, Weinheim, Viernheim, Odenwald und Bergstraße wieder Bildvorträge und sammelte Geld. Mit diesem kaufte er in Nepal unter anderem medizinisches Gerät für das Krankenhaus mit dem Namen „Bung-Hospital“.

Dach über dem Kopf

Des Weiteren führte ihn seine Nepalreise zu den zwei Kinderhäusern in Kathmandu und Shanku. Dort unterstützt er das „PA-Nepal-Projekt“ (PA steht für Prisoners Assistance, Gefangenenhilfe). „Seit über 18 Jahren kenne ich die Leiterin der Kinderhäuser. Indira Ranamagar ist in Nepal bekannt als der Engel von Kathmandu. 2017 wurde sie vom UNESCO-Kinderhilfswerk in Stockholm von Königin Silvia geehrt“, erzählt May.

Indira nimmt in ihren Einrichtungen Straßenkinder und Kinder, deren Eltern im Gefängnis sind, auf und gibt ihnen Mahlzeiten. Die Kinder haben so ein Dach über dem Kopf und werden zudem noch unterrichtet. Für all dies werden Spenden benötigt, die der Leutershausener Bergsteiger gerne beschafft. Mit dem Spendengeld kaufte er in Kathmandu Lebensmittel, Waschmittel, Kleider, Schuhe für die zwei Kinderhäuser, in denen rund 250 Kinder leben. Ferner kaufte May medizinische Geräte, Medizin und Medikamente für das Hospital in Bung sowie Schulartikel für die dortige Erziehungseinrichtung. All dies wurde mit einem Lastwagen zum Bergdorf Bung transportiert. Des Weiteren wurden mit dem Geld zwei Lehrer bezahlt sowie die Erweiterung und Instandhaltung des Schulgebäudes finanziell gesichert.

Nepal ist ein bitterarmes Land und wurde in den vergangenen Jahren durch schreckliche Erdbeben heimgesucht. „Die Menschen sind auf Spenden angewiesen, denn in Nepal gibt es keine staatliche Krankenversicherung. Die Kosten für die benötigte Medizin ist für die meisten Bergbewohner unerschwinglich. Ich möchte durch meine Spenden dazu beitragen, den dortigen Familien eine Chance auf eine bessere Zukunft zu geben“, nennt er als Motiv. Laut May hat jeder Mensch das Recht auf medizinische Versorgung, unabhängig von seiner Herkunft, seiner Religion, politischen Meinung oder sonstigen Unterscheidungsmerkmale: „Das ist meine Überzeugung und dafür setze ich mich ein. Ich möchte Leid lindern, getragen von der Überzeugung, dass Gesundheit ein Schlüssel zu einem würdevollen selbstbestimmten Leben ist.“

Während in Deutschland die medizinische Versorgung normal ist, ist sie in Nepal ein „unerschwinglicher Luxus“. Auch im Bergdorf Bung, welches mit seinen Spendengeldern seit Jahren unterstützt wird. Dort, wo das Geld kaum für tägliche Mahlzeiten reicht oder die medizinische Einrichtung ein oder mehrere Tagesmärsche entfernt liegt, setzen sich Dr. Dattasing Rai und die Hebamme Man Kumari Rai für die ärztliche Versorgung ein.

Das Hospital wurde übrigens von der Asian Development Bank, einer asiatischen Bankengruppe, gesponsert und zwischen den Jahren 2010 und 2012 errichtet. Mit dem Angebot einer medizinischen ärztlichen Basisversorgung im Hospital vom Bergdorf Bung soll sich die Lebensqualität so verbessern, dass die Einwohner den Verlockungen der Hauptstadt Kathmandu widerstehen können, hofft der Leutershausener. „Meine Spender und ich haben somit das beruhigende Gefühl, mit dem Geld etwas nachhaltig Gutes zu bewirken. Durch meine Sprach- und Bildervorträge nehmen die Menschen in meiner Heimat nicht nur an den Sorgen und Nöten teil, sondern auch an den Freuden, die die Menschen durch meine Hilfe erleben“, betont May.