Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Rathäuser verzeichnen großes Interesse an der Entscheidung über den künftigen Bundestag

Rund ein Viertel der Bürger hat bereits Briefwahl beantragt

Archivartikel

In den Städten und Gemeinden der Region deutet sich schon jetzt eine hohe Beteiligung bei der Bundestagswahl am Sonntag an. Aus den Rathäusern ist zu hören, dass die Zahl der Briefwahlanträge deutlich höher ist als bei der Wahl von vor vier Jahren. Überall haben schon jetzt rund ein Viertel der Wahlberechtigten Briefwahl beantragt, zum Teil ist bereits fast die 30-Prozent-Marke erreicht.

Überraschend kommt das für die Verantwortlichen in den Wahlämtern nicht. "Das haben wir erwartet", sagt Dominik Morast aus dem Schriesheimer Rathaus und ergänzt: "Wir stellen fest, dass die Briefwahl immer stärker angenommen wird." Mehr als 26 Prozent sind es in der Weinstadt bislang. Von einer "ordentlichen Steigerung" spricht auch Gerhard Fischer aus Edingen-Neckarhausen. Dort hatten bis zum Montag 28,4 Prozent der Wahlberechtigten einen Wahlschein beantragt. Fischer geht davon aus, dass die 30 Prozent erreicht werden. Exakt genauso hoch ist der Andrang bei der Briefwahl in Ilvesheim. Auch dort sind im Rathaus bereits 28,4 Prozent Briefwahlanträge registriert worden.

Hirschberg Spitzenreiter

Die Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße hatte vor vier Jahren mit 83,2 Prozent die Nase vorn bei der Beteiligung im Wahlkreis. Dort haben bis gestern rund 1800 Wahlberechtigte ihren Antrag auf Briefwahl abgegeben, das sind 24,1 Prozent. Bei der zurückliegenden Wahl waren es 200 weniger, wie der Leiter des Bürgerbüros, Christian Müller, weiß.

Hirschberg bildet auch in anderer Hinsicht eine Ausnahme. Dort werden am Wahlabend nämlich die Ergebnisse aus den Wahlbezirken im Bürgersaal präsentiert. Was bei Kommunal- und Bürgermeisterwahlen üblich ist, wird bei der Bundestagswahl sonst nur noch in Heddesheim gepflegt, in der Turnhalle der Hans-Thoma-Grundschule. "Die Leute wollen nach Hause vor den Fernseher", glaubt hingegen Gerhard Fischer aus Edingen-Neckarhausen. Gleichwohl gilt hier wie überall: Die Auszählung der Stimmen in den Wahllokalen ist öffentlich, jeder kann dabei zuschauen.

Um die Wahl abzuwickeln, sind jede Menge ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Sie müssen zwischen 8 und 18 Uhr in den Wahllokalen Dienst schieben, Listen führen, Protokolle schreiben und darüber wachen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Nimmt man die Zeit der Vorbereitung und das Auszählen der Stimmen hinzu, so kommen die Wahlhelfer locker auf sechs bis sieben Stunden Dienst am Sonntag. Ein Ehrenamt, das man nur aus einem wichtigen Grund ablehnen darf, also beispielsweise dann, wenn man erkrankt oder beruflich verhindert ist.

Bescheidenes Erfrischungsgeld

Außer der Ehre, dieses Amt im Dienste der Demokratie auszuüben, gibt es ein bescheidenes, so genanntes Erfrischungsgeld. Der Gesetzgeber hat dafür einen Mindestbetrag von 35 Euro für die Vorsteher und 25 Euro für die Beisitzer im Wahlvorstand festgelegt. Für den ganzen Tag, wohlgemerkt. Einige Kommunen zeigen sich großzügig und runden das Taschengeld auf. So zahlt Hirschberg seinen Wahlhelfern 40 Euro, in Edingen-Neckarhausen und Ladenburg sind es sogar 50 Euro.