Rhein-Neckar

Schriesheim Vorpremiere des neuen Theaterstücks der „Eintracht“

Schriesemer Bezüge sorgen für Lacher

Archivartikel

In diesem Jahr verlässt die Theatergruppe des Männergesangvereins „Eintracht“ inhaltlich ihr traditionelles bäuerliches Terrain, mit dem sie stets große Erfolge für sich verbuchen kann, und wagt mit der Komödie in drei Akten „Wer krank ist, muss kerngesund sein“ von Uschi Schilling den Einstieg in die Welt der „Götter in Weiß“. Die ersten, die in den Genuss dieser Komödie kommen, sind die Mitglieder des Vereins, die sie begeistert aufnehmen.

Und das ist wohl der schönste Lohn für die Amateurtheatergruppe. Denn es zeigt ihnen, dass es ihrem Regisseur wieder einmal gelingt, den Geschmack ihrer verwöhnten Fangemeinde aus Schriesheim zu treffen, zumal die Geschichte offensichtlich in der Weinstadt spielt.

Auch Hans Edelmann kommt vor

Zu erkennen ist dies an der verschollenen Patientenakte eines gewissen Hans Edelmann, der sich als Zuschauer amüsiert, aber auch an der geschäftstüchtigen Chefarztsekretärin Ariane Berger (Sandra Hölzel), die bei ihrer Bewerbung angibt, sie beherrsche vier Sprachen – darunter „perfekt Schriesemerisch“.

Im Krankenhaus führt eigentlich die Putzfrau Olga (Erika Hölzel) das Regiment. Statt ihrer Arbeit nachzugehen, liest sie lieber Patientenakten und weiß auch, dass der zerstreute Professor (Michael Krämer) mehrere Klinikpackungen Viagra in seiner Schreibtischschublade hortet. Das Ärzteteam nennt sie „Blaumänner mit Duschhauben“, die alles operieren, was ihnen auf den Tisch kommt.

Publikumsliebling ist Jürgen Mohr, der die Rolle des Psychiatriepatienten Manni innehat. Einmal schwirrt er als Biene Maja über die Bühne, dann glaubt er, Picasso zu sein, übernimmt auch mal überzeugend die Rolle des Chefarztes und schwebt letztendlich als Modedesigner Karl Lagerfeld Fächer wedelnd über die Bühne. Eine Rolle, die ihm wie auf den Leib geschrieben ist.

Verwirrung bringt die Krankenkassenaufsicht Gerda Hohlblock, die der Chefarzt fälschlicherweise für eine Patientin hält und die zu seinem Entsetzen in knielangen wollenen Liebestötern vor ihm steht, so dass er sogar einen Hexenschuss erleidet.

Witzige Verwicklungen

Auf den Posten des senilen Chefarztes schielt der Oberarzt Dr. Mark Keller (Oliver Hildenbeutel), der sich für unwiderstehlich hält, auf große Busen steht, mehr den körperlichen Vergnügungen zugeneigt ist als seinen ärztlichen Pflichten und beim Wort „Heirat“ Pickel bekommt. Da kann es schon mal passieren, dass er bei dem Patienten Werner Schnitzler (Jürgen Gustke) seine Armbanduhr im Bauch vergisst.

Und da gibt es auch noch die beiden renitenten Krankenschwestern (Stefanie Hildenbeutel, Melanie Balmert), die gerne mal einen Kassenpatienten im Moorbad vergessen und stattdessen lieber Rachegelüste gegenüber den Oberarzt hegen.

Und so kommen sie auf die geniale Idee, Vorzimmermäuschen Ariane in eine feurige Sizilianerin, Tochter eines Mafia-Bosses, der auf Rache sinnt, umzustylen und sie ihm als verlassenen „One-Night-Stand“ zu präsentieren. Und damit die Nacht auch vielversprechend wird, packt ihm Putzfrau Olga reichlich Viagra-Tabletten in den Kuchen.

Ende gut, alles gut – auch die verlorene Patientenakte von Hans Edelmann taucht wieder auf, Oberarzt Mark Keller heiratet seine Ariane, Hypochonder Schnitzler findet in Gestalt der Schwester seine Liebe.

Nächste Aufführungen erfolgen am 4. und 5. Januar jeweils um 19 Uhr in der Schriesheimer KSV-Halle. Karten zu 12 Euro gibt es beim KSV und bei der Winzergenossenschaft.