Rhein-Neckar

Schriesheim FDP-Stadtrat Wolfgang Renkenberger stellt die Vorstellungen der Liberalen für die Kommunalwahl vor

„Schule als Anliegen für alle“

Archivartikel

Spitzenkandidat der FDP Schriesheim ist Wolfgang Renkenberger. Der 53-jährige Betreuer ist seit elf Jahren als einziger Stadtrat der FDP Mitglied der Bürgervertretung. Für ihn ist es bereits die dritte Gemeinderatswahl auf Platz 1 der Liste. Im Gespräch mit dem „MM“ stellte er das Wahlprogramm seiner Partei vor, das unter dem Motto „Neue Chancen für Deine Heimat“ steht.

Bildung: „Ich bin stolz darauf, dass ich entscheidend dazu beitragen konnte, in Sachen Schulsanierung eine neue Seite aufzuschlagen“, betont Renkenberger: „Es war ein harter Kampf, bis die letzten Beschlüsse einstimmig gefasst werden konnten.“ Die Begleitung der Sanierung werde die Hauptaufgabe für den neuen Gemeinderat, die FDP will sich darin intensiv einbringen.

Die Finanzierung des Mammutprojektes will die FDP durch eine Bürgerstiftung unterstützen. „Damit kann erreicht werden, dass dieses Projekt ein Anliegen aller Schriesheimer wird.“ Vorbild der Liberalen dafür ist die Interessengemeinschaft zur Erhaltung und Betreibung des Waldschwimmbades (IEWS). Quasi als Anerkennung für die Bürgerschaft soll im Zuge der Baumaßnahmen im Gymnasium die Aula zu einem Bürgersaal umgestaltet werden – in Anlehnung an das Vorbild amerikanischer High Schools.

Stadtplanung: Dem bereits seit einiger Zeit diskutierten Neubaugebiet steht die FDP nicht mehr komplett ablehnend, aber nach wie vor skeptisch gegenüber. „Wir plädieren eher dafür, zunächst alle Möglichkeiten der Innenverdichtung zu prüfen“, betont Renkenberger und nennt außerdem die Aufstockung bestehender Bausubstanz: „Die Stadt in Gestalt des Technischen Ausschusses muss dabei natürlich etwas flexibler sein.“ Die Erweiterung des Feuerwehrhauses soll durch Überbrückung des Baches auf den Festplatz erfolgen. Für eine darüber hinaus gehende Bebauung des Festplatzes sieht die FDP derzeit keinen finanziellen Spielraum.

Wirtschaftsförderung: Die FDP wünscht sich ein Gründerzentrum vor allem für Startup-Unternehmen. Als Standort hatte sie lange das Gelände des Kreisaltenheims vorgeschlagen. Nun müsse man andere Standorte prüfen, etwa das ehemalige „Adler“-Gelände.

Handel: Um den Handel in der Innenstadt zu unterstützen, schlägt Renkenberger vor, den vorderen Teil der Heidelberger Straße zu bestimmten Zeiten etwa am späten Nachmittag nur für Anlieger zugänglich zu machen. Dies würde den anliegenden Geschäften die Gelegenheit zu Außenaktivitäten geben. Entsprechende Regelungen sollten jedoch zuvor in einem intensiven Diskussionsprozess mit den Betroffenen diskutiert werden. Ebenfalls zu diesem Thema: Der Wochenmarkt soll vergrößert werden.

Verkehr: Die FDP plädiert für einen Ausbau des Radwegeverkehrs. Konkret fordert sie die Erhöhung der Stellplätze für Fahrräder auf dem früheren OEG-Gelände von derzeit 30 auf 100.

Umwelt: Die FDP lehnt den Bau von Windkraftanlagen an der Bergstraße in Höhe Schriesheims ab. „Auf unserer Liste kandidieren mehrere Bewerber, die sich gerade aus ökologischen Gründen gegen Windkraftanlagen engagieren“, berichtet Renkenberger. Die Schäden für den Wald seien unverhältnismäßig gegenüber dem Ertrag: „Bei uns weht kein Wind.“ Eine mögliche Ansiedlung sei nur mit hohen Subventionen möglich: „Wir dürfen hier aber nicht derartige Fehler früherer Energiepolitik wiederholen.“