Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Regierungspräsidium nennt erste Details zur künftigen Neckarbrücke zwischen Ladenburg und Neckarhausen

Sechs Stützen, sieben Bögen – und alles ohne Hängeseile

Der Bau der Neckarbrücke, das Herzstück der 3,4 Kilometer langen Umgehungsstraße L 597, ist ab 2022 vorgesehen. Konkrete Pläne dafür gibt es noch nicht. Auf Anfrage des „MM“ hat das Regierungspräsidium aber jetzt erste Details genannt.

Ursprünglich war an einen Wettbewerb für die Gestaltung gedacht, doch davon ist man wieder abgekommen. „Wegen der einschränkenden äußeren Randbedingungen wird auf die Durchführung eines offenen Wettbewerbs verzichtet“, erklärt Pressesprecherin Irene Feilhauer dazu. Einschränkungen brächten unter anderem die Wehranlage und mögliche Stützenstellungen sowie die Schifffahrtsöffnung. Denn während über die Brücke Autos und Fahrräder rollen, müssen darunter die Binnenschiffe auf dem Fluss verkehren können.

Verzicht auf Wettbewerb

Statt eines Wettbewerbs hat das Regierungspräsidium „mehrere, in technischer wie gestalterischer Hinsicht unterschiedliche Varianten erarbeitet“, wie die Sprecherin erläutert. Dabei habe sich eine Vorzugsvariante herauskristallisiert, die jetzt vertieft werden soll.

Unter den ursprünglich zwölf Varianten, unter denen sich auch zwei „hängende“ Lösungen (mit Schrägseilen) befanden, wurden nach einer Vorauswahl zunächst drei näher untersucht. Und so sieht die jetzt favorisierte Lösung aus: Wie ein Brett wird die Brücke den Fluss überqueren. Fachleute nennen das eine Balkenbrücke. An beiden Uferseiten schließt sie an den Damm an und liegt auf insgesamt sechs Stützen auf. Die sieben Bögen werden leicht gerundet sein. Die eigentliche Brücke besteht aus zwei Schichten. Oben liegt Beton, unten trägt Stahl das Ganze. Stahlverbundtragwerk heißt diese Bauart bei den Ingenieuren.

Bei der Auswahl der Varianten wurden laut Feilhauer besonders die Gestaltung und Ästhetik, die Einbindung ins Landschaftsbild sowie die Umweltauswirkungen im Bau- und Endzustand und die Baukosten berücksichtigt, ebenso wie der Schifffahrts- und Wehrbetrieb sowie die Unterhaltungskosten. „Auch bei den Schrägseilvarianten wäre es nicht gelungen, den Gewässerquerschnitt vollständig stützenfrei zu überbrücken“, erläutert Feilhauer.

Radschnellweg berücksichtigt

Die mögliche Führung eines Radschnellweges zwischen Mannheim und Heidelberg ist bei den Vorentwürfen bereits berücksichtigt. Eine vier Meter breite Spur soll Radfahrern ausreichend Platz bieten, auch für den Begegnungsverkehr. Mit rund 350 Metern Länge wird die neue Neckarbrücke vergleichsweise klein. In Horb am Neckar entsteht derzeit eine knapp 700 Meter lange Brücke über das Tal. Auch hier hatte der Fahrradclub ADFC einen Radweg auf oder unter der Brücke gefordert, war damit aber gescheitert. Bis zu 70 Meter hoch schwebt die Brücke dort über dem Fluss, zwischen Ladenburg und Neckarhausen werden es maximal rund zehn Meter sein. hje