Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Volkshochschulen der Region geben mit zahlreichen Schnupperkursen Einblick in Kursangebote

„Sozial, unabhängig, leistbar“

Archivartikel

Snacks und kleine Leckereien gab es am Freitag in der Volkshochschule (VHS) Ladenburg zu verkosten. Zur Langen Nacht der VHS bot der Männerkochkurs um Holger Ueberrein, erster Vorsitzender der Einrichtung an der Hauptstraße, ein frisch zubereitetes Buffet an. Den Besuchern schmeckte es, so Ueberrein. Und er hoffte, dass sich im Laufe des Abends sogar vielleicht noch der ein oder andere Interessent für den VHS-Kochkurs fand. Gemeinsam mit Leiterin Barbara Kempf-Dudler trifft sich die 16-köpfige Gruppe einmal im Monat. Die Stimmung sei jedes Mal gut, findet Ueberrein: „Es macht einfach richtig Spaß. Viele sind schon seit Jahren dabei, wir sind aber auch immer offen für neue Leute.“

Die Buffettische waren am Freitag allerdings nicht nur in Ladenburg gedeckt. Mit einem breiten Programm zum 100-jährigen Bestehen der deutschen VHS luden auch die Einrichtungen in Edingen-Neckarhausen, Schriesheim/Wilhelmsfeld sowie Heddesheim Interessierte ein, in ein paar der zahlreichen Angebote hineinzuschnuppern und ins Gespräch zu kommen.

Leitbild besteht seit 100 Jahren

Hermann Ungerer-Henríquez, Leiter der Bildungsstätte in Edingen-Neckarhausen, freute sich vor allem darüber, dass viele seiner Gäste nicht nur kurz vorbeischauten: „Wir sind für manche eben doch spannender als gedacht. Einige zeigten sich echt neugierig.“ Der Heddesheimer Bürgermeister Michael Kessler lobte das hohe Engagement in den Kursen und betonte: „Die Volkshochschulen sind bis heute fester Bestandteil der Bildungsangebote einer Kommune.“ Und Sonja Althoff, Leiterin der VHS Schriesheim/Wilhelmsfeld, brachte den Kerngedanken der Bildungseinrichtung auf den Punkt: „Sozial, unabhängig, leistbar. Das hat sich nicht geändert, nach diesen drei Kriterien richten wir uns seit 100 Jahren.“

Ein eigenes kleines Jubiläum zusätzlich feierte die VHS Heddesheim. Sie ist seit 30 Jahren im Bürgerhaus untergebracht. Dort waren schon während der Eröffnung des Abends über 100 Besucher anzutreffen, die sich in die Workshop-Listen eintrugen, sich bei Wein, Sekt und Orangensaft mit den Kursleitern unterhielten und die ausgestellten Impressionen des Foto-Clubs sowie des Kurses Acrylmalerei bestaunten.

Teilnehmerin Petra Walter präsentierte stolz ihre fünf Bilder, die sie, während der zehn Unterrichtseinheiten, angefertigt hat. Die neu erlernten Pinseltechniken und Farbübungen spiegelten sich in den professionellen Motiven wider. Und der Kurs habe auch großen Spaß gemacht, sagte Walter: „Einerseits entdeckt man Fähigkeiten, die man noch gar nicht kannte. Und andererseits lernt man immer wieder neue Menschen kennen.“

Sport zu afrikanischen Rhythmen

Julie Ntsama präsentierte ein eigenes Workout-Konzept in Schriesheim. „Muskeln aufbauen, Stress abbauen“, beschrieb sie ihren selbst entwickelten Tanz. Er verbindet afrikanische Rhythmen mit einem Training für den ganzen Körper. Biko Dance Workout – so heißt der Kurs, den Ntsama ab sofort anbietet. Ein paar Interessenten hatte sie im Laufe des Abends gefunden: „Das Konzept kommt sehr positiv an. Das freut mich natürlich.“ Jamina und Isadora probierten sich gemeinsam mit Mutter Susanne Volk an dem Workout – und waren bereits nach einigen Minuten ein wenig aus der Puste. „Aber es hat Spaß gemacht“, resümierte Susanne Volk. „Mit dem Tanz ist eine tolle Mentalität verbunden.“

Ein eher ungewöhnliches Bild bot sich im Gemeindehaus der Gemeinde Edingen-Neckarhausen – dort stellte sich ebenfalls eine VHS vor: Mira Strauß und Markus Rohr, die beiden Leiter des Kurses Improvisationstheater, standen gemeinsam mit Helga und Nicole Kühnert im Kreis, riefen abwechselnd Sätze wie „Ich bin die Wüste“ und machten dazu Pantomime. Diese wurden vom jeweils anderen mit passenden Ausdrücken ergänzt.

„Es geht darum, Bilder mit etwas zu assoziieren und sie entsprechend umzusetzen“, erklärte Rohr. „So lernt man, ja zu den Ideen des Partners zu sagen.“ Helga Kühnert zeigte sich begeistert von der kurzen Improvisationsübung: „Es war richtig befreiend.“

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