Rhein-Neckar

Verkehrsausschuss des Kreistages beschließt Zuschüsse für Linien 5 und 5a

Stadtbahn nur für Heddesheim billig

Neckar-Bergstraße.Der Betrieb der Stadtbahnlinien 5 und 5a (RNV, früher OEG) kostet den Kreis und die angebundenen Städte und Gemeinden Millionen. Der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Wirtschaft hat in dieser Woche neue Ausgleichssätze für die Jahre 2021 und 2022 beschlossen. Der Beschluss erfolgte einstimmig, wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilte.

Seit Jahren ist die Aufteilung der Kosten auf die Kommunen ein Streitpunkt. Während Städte und Gemeinden wie Schriesheim und Edingen-Neckarhausen aufgrund ihrer Gemarkungsgrößen stärker zur Kasse gebeten werden, kommen –andere wie beispielsweise Heddesheim deutlich günstiger davon. Grund dafür ist die Abrechnung auf der Grundlage so genannter Nutzzugkilometer. Dabei wird berücksichtig, wie viele Kilometer die Züge innerhalb einer Gemeinde zurücklegen. Faktoren wie die Zahl der Einwohner oder der Fahrgäste spielen dagegen so gut wie keine Rolle.

Mit jeweils rund 230 000 Nutzzugkilometern liegen Schriesheim und Edingen-Neckarhausen nahezu gleichauf. Für das laufende Jahr hat das Zahlungen von etwas mehr als einer Million Euro zur Folge, steigende Kosten sorgen im nächsten Jahr für einen Anstieg auf rund 1,2 Millionen Euro.

Weinheim zahlt zwei Millionen

Die Stadt Weinheim zahlt für ihre rund 390 000 Nutzzugkilometer in diesem Jahr knapp 1,9 Millionen, im nächsten Jahr fast 2,2 Millionen Euro. Heddesheim fährt dagegen mit nur 26 000 Nutzzugkilometern und einem jährlichen Zuschuss von 130 000 (2020) und 150 000 Euro (2021) deutlich billiger

Setzt man die genannten Zahlen in Bezug zur Einwohnerzahl, so wird die ungleiche Verteilung noch deutlicher. Am tiefsten in die Tasche greifen müssen da Edingen-Neckarhausen (84 Euro) und Schriesheim (81,39 Euro). Die Bergstraßengemeinden Hirschberg (66,24 Euro) und Dossenheim (58,98 Euro) liegen rund 20 Euro darunter. Die Stadt Weinheim zahlt knapp 48 Euro pro Einwohner drauf, die Gemeinde Heddesheim erhält ihren Stadtbahnanschluss für 12,84 Euro je Einwohner.

Mit seinem jüngsten Beschluss hat der Verkehrsausschuss des Kreistages die seitherige Rechnung fortgeschrieben. Steigende Kosten im Betrieb, unter anderem durch tarifliche Lohnerhöhungen, und geringere Einnahmen durch Fahrgastrückgänge wegen Corona bleiben dabei auch für den Kreis nicht ohne Folgen.

2021 steigt der Anteil des Landkreises an den Ausgaben um rund 870 000 Euro auf 6,1 Millionen Euro. Der Gemeinderat von Edingen-Neckarhausen befasst sich nicht noch einmal mit den Zuschüssen zur Stadtbahnlinie, wie Bürgermeister Simon Michler auf Nachfrage sagte. Deren Höhe sei durch die laufenden Verträge vorgegeben.

Änderung ab 2023?

Der Abrechnungsmodus ist bis 2023 festgeschrieben. Ob sich danach etwas verändert, bleibt abzuwarten. „Wir werden darüber auf jeden Fall verhandeln“, kündigte Michler an. Darin sei er sich auch mit seinem Schriesheimer Kollegen Hansjörg Höfer einig. Die Zahlmeister der Stadtbahn haben also ein lebhaftes Interesse an einer Veränderung. Weinheim und vor allem Heddesheim werden dagegen am liebsten am Status Quo festhalten wollen.

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