Rhein-Neckar

Umweltschützer fordern bundesweites Pfandsystem für Kaffeebecher

Hannover.Der Coffee to go im Pappbecher ist schnell geholt, ausgetrunken und ebenso schnell wieder entsorgt - Tausende Tonnen Müll fallen dadurch jedes Jahr in Deutschland an. Damit der Einwegbecher komplett verschwindet, ist nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe ein bundesweites Pfandsystem wie bei Getränkeflaschen nötig. Dabei sei auch die Politik gefordert: Unternehmen und Kunden müssten mehr bezahlen, wenn sie Einweg statt Mehrweg benutzten. "Die Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen. Die Benutzung der Mehrwegbecher muss so einfach sein wie die der Einwegbecher", fordert Thomas Fischer, Leiter Abfallpolitik und Kreislaufwirtschaft bei der Umwelthilfe.

Inzwischen haben etliche Städte dem Pappbecher selbst den Kampf angesagt und Pfandsysteme für Mehrwegbecher eingeführt. Junge Leute und Kaffeetrinker in Szene-Vierteln greifen verstärkt zu den Pfandbechern, wie Erfahrungen etwa aus Hannover und Freiburg zeigen. Viele Verbraucher trinken ihren Kaffee aber weiterhin aus der Einwegvariante.

In der Quadratestadt bietet der wiederverwendbare "Mannheim-Becher", den sich Kaffeeliebhaber in zahlreichen Bäckereien und Cafés ausspülen und auffüllen lassen können, seit seinem Marktstart im April einen Kontrast zur Pappvariante, die es bald auch in Bensheim geben könnte. Die Verwaltung der Stadt in der hessischen Bergstraße hatte das Mannheimer Projekt bei der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses als Vorbild zur Realisierung eines Pfandsystems bezeichnet. In Heidelberg bietet außerdem seit kurzem das Studentenwerk einen Mehrweg-Becher an.  (dpa/mer)

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