Rhein-Neckar

Schriesheim Offizielle Einweihung des neuen Raiffeisenplatzes / Ehemaliger OEG-Bahnhof für 950 000 Euro umgestaltet

Von einer öden Schotterfläche zum Mittelpunkt des Quartiers

Archivartikel

Der „Schillerplatz Nord“ heißt jetzt Raiffeisenplatz – das verkündete Schriesheims Bürgermeister Hansjörg Höfer bei der offiziellen Einweihung. Auf dem Gelände hatte früher die Obsthalle des Raiffeisenmarkts gestanden. Die Bebauung des ehemaligen OEG-Geländes hatten Stadt und Gemeinderat einst vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt. Jetzt fand das größte und wahrscheinlich teuerste Bauvorhaben sein Ende – und alle zeigten sich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

Nur dank des engen Zusammenhalts zwischen Bürgern und Verwaltung konnte aus dem alten, teils heruntergekommenen OEG-Bahnhof mit dem angrenzenden weitläufigen Gelände ein modernes Wohnareal werden, in dem sich die 210 Mieter wohl fühlen. Wie es auf dem Platz in der Vergangenheit ausgesehen hatte, daran konnte sich Brigitte Dremel noch sehr genau erinnern. „Hier stand die Markthalle, wo wir unsere Zwetschgen verkauft haben“, erinnerte sie sich. „Was hier gemacht wurde, ist einfach toll.“

„Ich hätte mir nie träumen lassen, dass aus dem öden Schotterplatz eine so schöne Fläche wird“, sagte Olaf Keller, der mit seiner Frau zur Eröffnung gekommen war. Er habe sich hier zwar um eine Wohnung bemüht, doch leider sei seine favorisierte Wohnung schon vergeben gewesen, bedauerte er.

Kritik an zu viel Beton

Vor 30 Jahren hat es das Ehepaar Bengt Magnberg aus Schweden an die Bergstraße verschlagen, seit fast drei Jahren wohnen sie im neuen Quartier. „Wir fühlen uns sehr wohl“, bekannten sie und erzählten, dass sie gerne im Café sitzen und den Wasserfontänen zuschauen.

Es wurden aber auch Stimmen aus der Bürgerschaft laut, die beklagten, dass auf dem Platz zu viel Beton verbaut wurde und es zu wenig Grünflächen gebe. Es sei richtig, dass auf der rund 1000 Quadratmeter großen Fläche 900 Quadratmeter an Pflastersteinen verlegt wurden, sagte Bürgermeister Höfer. Nötig sei das aber, um der Feuerwehr eine uneingeschränkte Durchfahrt zu ermöglichen. „Wir waren als Feuerwehr mit in die Planung eingebunden“, bestätigte Kommandant Oliver Scherer, der sich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden zeigte.

„Öffentliche Plätze prägen das Stadtbild, und wir haben bei diesem Platz großen Wert auf Gestaltung und Qualität gelegt“, versicherte Bürgermeister Höfer: „Er soll ein Ort werden, an dem man sich gerne aufhält.“

Bei der Baumaßnahme sei es ebenso wichtig gewesen, die Unterführung neu zu gestalten. „Das war ein Sicherheitsbedürfnis unserer Bürger – besonders in den Abendstunden“, so Höfer. Verschwunden seien die Angsträume, es gebe keine dunklen Ecken. Um das zu erreichen, habe man auf Videoüberwachung gesetzt. „Falls hier unten etwas passieren sollte, kann sehr schnell Hilfe kommen.“ Er dankte auch den Mitgliedern des Jugendgemeinderates für den Vorschlag, die Unterführung mit künstlerischen Graffiti zu versehen, um generell Schmierereien entgegenzuwirken.

Die Planung des letzten Bauabschnittes begann vor etwa zwei Jahren und verschlang 950 000 Euro. Davon entfielen 150 000 Euro auf die neue, weitgehend behindertengerechte Unterführung. „Ursprünglich sollte es eine Steigung von 34 Prozent geben, doch wir konnten sie auf 18 Prozent reduzieren“, berichtete die ehemalige Stadträtin Barbara Schenk-Zitsch. Diese Steigung könnten allerdings nur Elektro-Rollstühle bewältigen, bedauerte sie.

Aus dem ehemaligen OEG-Gelände sei ein „gut gelungenes Quartier“ geworden, sagte Höfer. Da es leider nicht möglich gewesen sei, einen Spielplatz zu errichten, habe man sich für ein kleines Trampolinfeld entschieden. Für die Älteren steht ein Bouleplatz bereit.

„Projekt sucht seinesgleichen“

„Was 2008 inhaltlich in Angriff genommen wurde und 2011 gemeinsam mit Bürgern und dem Gemeinderat in die Planung ging, findet heute mit der Einweihung des Platzes seine gelungene Vollendung“, fasste der Geschäftsführer von MVV Regioplan, Markus Prien, zusammen. „Dieses Projekt ist ein Wegmarker für öffentliche Räume, das seinesgleichen sucht.“

In seinen Grußworten sprach Rainer Gehrig von MVV Regioplan über einen langen Weg mit vielen Hürden, den man gemeinsam beschritten habe. „Dieser Platz wird ebenso angenommen werden wir auch der Schillerplatz im Süden“, gab er sich zuversichtlich.

Im Anschluss an den offiziellen Teil überreichte Volksbank-Vorstand Michael Hoffmann Bürgermeister Höfer das Schild mit dem Namenszug „Raiffeisenplatz“.

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